Schnupfen, Husten, Fieber: Bei Kindern jagt in den ersten Kita-Monaten oft ein Infekt den nächsten. Medizinisch ist das meist unbedenklich, denn genau diese Phase hilft dem kindlichen Immunsystem, stark zu werden.
Häufig krank in der Kita – ein normaler Prozess
Kinder, die erstmals eine Betreuungseinrichtung besuchen, erleben im ersten Jahr im Schnitt 12 bis 15 Atemwegsinfekte, dazu Magen-Darm-Erkrankungen und gelegentlich Hautausschläge. Das kann belastend sein, gehört aber zur natürlichen Entwicklung. Die Ursache liegt vor allem im noch unreifen Immunsystem, das erst lernen muss, mit Erregern umzugehen.
Immunsystem im „Trainingslager“
Die Kita wirke wie ein „Bootcamp“ für das Immunsystem der Kinder, so die Studienautoren. Durch den frühen Kontakt mit Krankheitserregern wird das Immunsystem gezielt trainiert. Zwar sind Kinder in den ersten Jahren häufiger krank, doch später – etwa in der Grundschule – profitieren sie davon und erkranken seltener als Gleichaltrige ohne Kita-Erfahrung.
Warum kleine Kinder besonders anfällig sind
Neugeborene sind zunächst durch Antikörper der Mutter geschützt. Dieser Schutz nimmt jedoch im ersten Lebensjahr ab. Gleichzeitig treffen Kinder in der Kita auf viele neue Viren. Häufige Infekte sind daher kein Zeichen schlechter Hygiene, sondern ein natürlicher Lernprozess des Körpers.
Was Eltern beachten sollten
Wichtig ist, Kinder bei Krankheit zu Hause zu lassen, um die Ausbreitung von Infekten zu reduzieren. Ebenso entscheidend: Impfungen. Sie bieten den besten Schutz vor schweren Erkrankungen und sollten stets aktuell sein.
Quelle: DOI 10.1128/cmr.00253-25