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Lebensmittel: Noch essen oder lieber wegwerfen?

Dr. Karen Zoufal  |  17.05.2021

In Deutschland kommen jährlich etwa 18 Millionen Tonnen Lebensmittel auf den Müll, mehr als die Hälfte davon wäre vermeidbar. Fünf Millionen Tonnen werden in Privathaushalten weggeworfen. Ein Forschungsteam der Universität Trier befasst sich mit der Ambivalenz des Themas: Obwohl wir häufig wissen, dass das Lebensmittel eigentlich noch gegessen werden kann, landen sie trotzdem im Müll.

Frau betrachtet eine Packung Schinken, steht vor dem Kühlschrank.
Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen, werden Lebensmittel oft weggeworfen - auch wenn wir wissen, dass sie eigentlich noch in Ordnung wären.
© Highwaystarz-Photography/iStockphoto

Sozialpsychologe Dr. Benjamin Buttlar erläuterte, wie Menschen bei abgelaufenen Lebensmitteln in einen Zweispalt geraten: „Auf der einen Seite wissen wir, dass das Wegwerfen von Lebensmitteln der Umwelt schadet. Auch entstehen Kosten, wenn man dann das Produkt neu kauft. Auf der anderen Seite verbinden wir negative Assoziationen mit abgelaufenen Lebensmitteln. Sie lagen vielleicht länger herum und sehen nicht mehr so schön aus, sodass man vielleicht vermutet, dass es riskant sein könnte, die Lebensmittel zu essen.“

Die Ausmaße dieses Konflikts haben die Forscher gemessen, indem sie Personen Bilder von abgelaufenen Produkten bewerten ließen. Je nachdem, ob der Weg der Computermaus eher geradlinig war oder nicht, konnten sie Rückschlüsse auf den inneren Konflikt der Testpersonen ziehen. Interessanterweise änderte sich an den Reaktionen bei der Bewertung kaum etwas, wenn die Versuchspersonen über die Folgen für die Umwelt oder die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums aufgeklärt wurden. Die Annahme, dass mangelndes Wissen der Grund für Lebensmittelverschwendung ist, erscheint damit nicht ganz zutreffend. Vielmehr scheint auch die Situation und Gewohnheiten von Bedeutung zu sein.

Die Forscher folgern aus den Studienergebnissen, die in der Fachzeitschrift „Sustainability“ erschienen sind, dass eingängige und leicht anzuwendende Informationen von Vorteil sind. Als Beispiel nennen sie die 2+2+2-Regel für Lebensmittelreste: Frisch zubereitete Lebensmittel können bedenkenlos zwei Stunden außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt werden, zwei Tage im Kühlschrank und zwei Monate im Gefrierfach.  

Weitere Tipps zur richtigen Lagerung von Lebensmitteln lesen Sie hier.

Quelle: 10.3390/su13073971

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