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Myome: Wann sie zum Problem werden

Natascha Koch  |  16.09.2021

Gutartige Wucherungen in der Gebärmutter, sogenannte Myome, sind sehr häufig. Etwa jedes dritte verursacht im Laufe der Zeit Symptome wie Blutungen und Beschwerden wie ein Druckgefühl oder verstärkte Regelschmerzen. Darauf weist der Berufsverband der Frauenärzte im Netz hin.

Frau, hält mit beiden Händen ihren Unterleib.
Myome können zu stärkeren Regelblutungen und -schmerzen führen und auch an einem unerfüllten Kinderwunsch beteiligt sein.
© Yazgi Bayram/iStockphoto

Myome entstehen, weil natürliche Hormone auf die Muskelzellen in der Gebärmutter einwirken und sie zu übermäßigem Wachstum anregen. Zwei von drei Myomen bleiben lebenslang unauffällig und rufen keine Krankheitssymptome hervor. Bei etwa jeder dritten Myom-Erkrankung können jedoch verlängerte und verstärkte Blutungen oder Zwischenblutungen auftreten, selten auch Schmerzen in der Gebärmutter oder in der Umgebung von Harnblase und Darmausgang. In einigen Fällen können Myome auch die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein. „Das häufigste Symptom einer Myom-Erkrankung ist eine verstärkte Monatsblutung. Aber auch Zwischenblutungen und Schmerzen kommen vor“, erläutert Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte und niedergelassener Frauenarzt in Hannover. Die Diagnose wird mit Hilfe des Ultraschalls gesichert; nur selten müssen zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden.

Verursacht ein Myom keine Symptome, drückt nicht auf Nachbarorgane und ist nicht mitverantwortlich für einen unerfüllten Kinderwunsch, müsse es Albring zufolge meist nicht behandelt werden. „Sind bereits Symptome vorhanden, muss eine Behandlung erwogen werden, denn diese Beschwerden werden durch Abwarten eher schlimmer“, so der Gynökologe.

Medikamente oder Operation

Wenn eine Frau nicht operiert werden möchte, sind die Möglichkeiten begrenzt: „Man kann medikamentös eine Hemmung der Bindung des körpereigenen Gestagens an den zugehörigen Rezeptoren bewirken“, erläutert Albring. „Oder man greift mit anderen Arzneimitteln direkt in die hormonelle Steuerung des Zyklus im Gehirn ein und blockiert die natürliche Produktion von Östrogen und Gestagen. Das Wachstum von Myomen wird gebremst. Jedoch führt diese Behandlung zu Symptomen der Wechseljahre – eine Nebenwirkung, die viele Frauen ablehnen.“

Darüber hinaus existiert eine Reihe von operativen Verfahren, um Myome zu verkleinern oder zu entfernen: dazu gehören die Schlüsselloch-Chirurgie, eine Verödung der Blutgefäße, die die Myome mit Blut versorgen, oder eine örtlich begrenzte Erhitzung mit starkem Ultraschall. Manche dieser Verfahren sind allerdings nicht geeignet, wenn noch Kinderwunsch besteht, wenn Myome zu groß sind, ungünstig sitzen oder es zu viele sind. „Wichtig ist, dass nach einer Operation die Gebärmutter gut abheilt, die Beschwerden verschwinden und die Blutungen aufhören“, so Albring. Als letzte Option komme auch eine Entfernung von Teilen der Gebärmutter oder des ganzen Organs infrage. Dies sei jedoch nur selten notwendig, beruhigt der Facharzt:“ Eine Frau, die sich wegen Blutungen oder anderer Symptome eines Myoms an ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt wendet, sollte keine Sorge haben, dass ein solcher Eingriff vorschnell bei ihr vorgenommen wird. Erste Wahl ist immer die Suche nach einer schonenden Therapie, die es ermöglicht, die Gebärmutter zu erhalten.“

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