Erst essen, dann joggen oder ins Fitnessstudio: Für die meisten ist das völlig unproblematisch. Bei einer seltenen Allergie kann genau diese Kombination jedoch einen schweren allergischen Schock auslösen. Welche Warnzeichen Betroffene kennen sollten und welche Lebensmittel häufig beteiligt sind.

Sport gilt als gesund. Doch in seltenen Fällen kann körperliche Anstrengung eine schwere allergische Reaktion – eine anstrengungsinduzierte Anaphylaxie – auslösen. Meist tritt erst, wenn Sport und bestimmte Lebensmittel zusammenkommen, in seltenen Fällen eine Allergiereaktion auf.
Die Beschwerden beginnen meist während oder direkt nach dem Sport. Sie reichen von Juckreiz, Nesselsucht, Hitzegefühl und Hautrötungen bis hin zu Atemproblemen, Erbrechen, Blutdruckabfall oder einem Kreislaufzusammenbruch. Auch ein bestehendes Asthma kann sich verschlechtern. Schätzungen zufolge entfallen weltweit etwa zwei bis fünf Prozent aller schweren allergischen Reaktionen auf diese Form.
Deutlich häufiger als eine reine Sportallergie ist die nahrungsmittelabhängige anstrengungsinduzierte Anaphylaxie. Dabei lösen weder das Lebensmittel noch die Bewegung allein Beschwerden aus – erst die Kombination führt zur allergischen Reaktion.
Als Auslöser kommen unter anderem Meeresfrüchte, Eier, Milch oder Soja infrage. Am häufigsten besteht jedoch ein Zusammenhang mit Weizen. Dabei spielt ein Bestandteil des Glutens, das sogenannte Omega-5-Gliadin, eine wichtige Rolle.
Da die Beschwerden nur unter bestimmten Bedingungen auftreten, wird die Erkrankung häufig erst spät erkannt. Zur Abklärung gehören ein ausführliches Arztgespräch sowie Haut- und Bluttests. In besonderen Fällen kann unter engmaschiger ärztlicher Überwachung ein Provokationstest notwendig sein.
Die Diagnose wird zusätzlich erschwert, weil weitere Faktoren das Risiko erhöhen können. Dazu zählen unter anderem Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen, Alkohol, Hitze, Infektionen, intensive körperliche Belastung sowie allergische Vorerkrankungen.
Eine anstrengungsinduzierte Anaphylaxie bedeutet nicht, dass Sport grundsätzlich tabu ist. Es kann helfen, mit geringer Belastung zu beginnen und diese langsam zu steigern. Auch ein Wechsel der Sportart kann sinnvoll sein. Wer von einer nahrungsmittelabhängigen Form betroffen ist, sollte den persönlichen Auslöser mindestens vier bis sechs Stunden vor dem Training meiden und weitere Risikofaktoren möglichst vermeiden.
Wer bereits ein erhöhtes Risiko für eine schwere allergische Reaktion hat, erhält von der Ärztin oder dem Arzt in der Regel ein Notfallset. Treten während des Sports erste Beschwerden auf, sollte das Training sofort beendet und das Notfallmedikament angewendet werden. Als Alternative zum Adrenalin-Autoinjektor steht inzwischen auch ein entsprechendes Nasenspray zur Verfügung. Außerdem empfiehlt es sich, möglichst nicht allein Sport zu treiben und Begleitpersonen über die Erkrankung zu informieren.
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