Gesundheit

Neue Therapie bessert Hörverlust

ZOU  |  01.04.2022

Eine Biotechnologie-Firma hat eine Therapie entwickelt, mit der sich Hörverlust rückgängig machen lässt. Dabei werden keine Hörgeräte oder Implantate verwendet, sondern eine neuartige Therapie, die zur Regeneration von Stammzellen im Innenohr führt, die daraufhin Haarzellen bilden und das Hören ermöglichen.

Junge Frau, hält eine Hand hinter ihr Ohr und lächelt in die Kamera.
Schwerhörigkeit könnte künftig mit speziellen Injektionen behandelbar sein.
© Chainarong Prasertthai/iStockphoto

Der neuartige Wirkstoff wird in das Ohr injiziert, um dort Zellen in der Hörschnecke (Cochlea) zu regenerieren. In mehreren klinischen Studien verbesserte sich bei den Studienteilnehmern das Hörvermögen und vor allem die Fähigkeit, Sprache zu verstehen. Schon nach einer einzigen Injektion stellten die Forscher deutliche Fortschritte fest, die teilweise fast zwei Jahre lang anhielten. „Einige dieser Leute konnten 30 Jahre lang nicht hören, und zum ersten Mal sagten sie, sie könnten in ein überfülltes Restaurant gehen und hören, was ihre Kinder sagen“, sagte der Firmengründer Professor Robert Langer. Das Unternehmen hat bisher mehr als 200 Patienten behandelt und ist dabei, weitere Studien zu starten.  

Sinneszellen im Ohr, die Haarzellen, werden vor der Geburt von Vorläuferzellen gebildet. Menschen werden mit etwa 15.000 Haarzellen in jedem Ohr geboren. Diese Zellen sterben mit der Zeit ab, beispielsweise durch einen großen Lärmpegel über längere Zeit oder auch die Einnahme bestimmter Medikamente. Vor einigen Jahren hatten die Forscher festgestellt, dass die gleichen Moleküle, die die Stammzellen des Darms kontrollieren, auch von anderen Stammzellen verwendet werden und Vorläuferzellen des Innenohrs dazu anregen können, neue Haarsinneszellen zu bilden.

Da es in verschiedenen Organen des Körpers Vorläuferzellen gibt, ist die Therapie möglicherweise auch für andere Krankheiten anwendbar. Beispielsweise hat das Team in Tierversuchen Vorläuferzellen dazu gebracht, Myelin zu produzieren, das bei Multipler Sklerose (MS) vom Immunsystem angegriffen wird. Damit verfolgt das Unternehmen einen grundsätzlich anderen Ansatz als andere MS-Therapien, die sich eher auf die Unterdrückung des Immunsystems konzentrieren als auf die Regeneration von Myelin.

Quelle: Reversing hearing loss with regenerative therapy

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