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Schlafapnoe: Didgeridoo hilft gegen Schnarchen

18.09.2017

Obstruktive Schlafapnoe mit Atemaussetzern und starkem Schnarchen ist oft sowohl für den Betroffenen als auch für den Partner sehr belastend. Atemmasken können helfen, werden aber oft nicht gern getragen. Jetzt schlagen Schweizer Forscher eine alternative Behandlungsmethode mit Spaßfaktor vor: Didgeridoo-Spielen. Die Studie gewann den alljährlich verliehenen Ig-Nobel-Preis für ungewöhnliche und absurde Forschungsarbeiten in der Kategorie "Frieden".

Musizieren ist gesund. Das gilt im Speziellen für den heilsamen Effekt des Didgeridoos.
Musizieren ist gesund. Das gilt im Speziellen für den heilsamen Effekt des Didgeridoos.
© Erich - Fotolia.com

Bei Studienteilnehmern mit moderater Schlafapnoe, die über vier Monate durchschnittlich 5,9 Tage pro Woche für knapp eine halbe Stunde Didgeridoo übten, verbesserten sich Tagesmüdigkeit und Schnarchen deutlich im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Gleiches galt für ihren Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI), wie die Wissenschaftler im Fachblatt The BMJ berichten. Dieser bezieht sich auf Atemaussetzer (Apnoen) und verminderten Atemfluss (Hypopnoen). Außerdem fühlten sich ihre Partner nachts weniger gestört. Auf die Schlafqualität selbst hatte die musikalische Therapie dagegen keinen Einfluss, auch nicht auf die mit der Gesundheit in Zusammenhang stehende Lebensqualität. Der positive Effekt des australischen Blasinstruments könnte damit zu tun haben, dass das Spielen die Muskulatur der oberen Atemwege trainiert.

Die effektivste Behandlungsform für die Schlafstörung ist derzeit die sogenannte CPAP (Continuous Positive Airway Pressure)-Therapie mit Hilfe einer Atemmaske. Mit ihr lasse sich bei den am stärksten betroffenen Patienten die Tagesmüdigkeit und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und –Todesfälle reduzieren, so die Forscher. Eine der Herausforderungen bei der Behandlung der Schlafstörung sei allerdings die oft schlechte Compliance, also die Bereitschaft, eine Therapie durchzuhalten. Deshalb sei es wichtig, neue Behandlungsformen zu finden, die nicht nur effektiv seien, sondern auch so, dass Betroffene motiviert dabei blieben. Didgeridoo zu spielen, scheine dies zu erfüllen. So waren die Studienteilnehmer im Rahmen der Studie hochmotiviert und übten durchschnittlich fast sechs Tage die Woche – was mehr gewesen sei, als für die Studie erforderlich, so die Wissenschaftler. Jetzt müssten weitere Studien mit mehr Teilnehmern durchgeführt werden, um die Ergebnisse zu bestätigen.

HH

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