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Schwangerschaftshormon als Therapie bei Gelenkerkrankungen?

05.06.2019

In einem Tierversuch haben Wissenschaftler das Schwangerschaftshormon Relaxin zur Behandlung von Schultersteife eingesetzt. Mehrere Injektionen lockerten die Bänder und stellten die Beweglichkeit wieder her. Die Forscher hoffen, das Hormon bald auch bei Menschen, die an der schmerzhaften Gelenkerkrankung Arthrofibrose leiden, einsetzen zu können.

Bei Arthrofibrose könnte ein Schwangerschaftshormon helfen.
Eine Arthrofibrose führt zu starken Schmerzen an den Gelenken und schränkt die Beweglichkeit ein.
© Syda Productions - Fotolia

Die Wissenschaftler verabreichten Tieren mit schmerzhafter Schultersteife mehrfach Injektionen mit menschlichem Relaxin direkt in das betroffene Gelenk. Durch das Schwangerschaftshormon wurde ihre Beweglichkeit wiederhergestellt. „Gegenwärtige Behandlungsoptionen für Arthrofibrose, wie physikalische Therapie und Medikamente, bieten nur wenig oder vorübergehende Linderung und gehen nicht auf die Ursache von Schmerzen und Steifheit ein“, sagte Prof. Ara Nazarian von der Harvard Medical School in den USA.

Anders ist dies mit Relaxin: Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass das Hormon die übermäßige Produktion von Kollagen und Narbengewebe hemmt. Arthrofibrose tritt vorwiegend an Schultern, Knien, Hüften, Handgelenken und Knöcheln auf. Sie ist schmerzhaft und mindert die Beweglichkeit. Die Ursache ist eine übermäßige Ansammlung von Narbengewebe im Gelenk, die durch Verletzungen, Immobilität oder chirurgische Eingriffe ausgelöst wird.

Ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel stellt der Körper Relaxin her, das die Muskeln, Gelenke und Bänder der werdenden Mutter in Vorbereitung auf die Geburt lockert. Wissenschaftler hatten bereits wiederholt beobachtet, dass Patientinnen mit einer schmerzhaften Gelenkerkrankung während und nach der Schwangerschaft eine dauerhafte Linderung erfuhren. Der Tierversuch legt nun nahe, dass vermutlich das Relaxin für dieses Phänomen verantwortlich ist.

ZOU

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