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Schwarzen Hautkrebs mit Vitiligo bekämpfen

16.06.2016

Menschen mit der Weißfleckenkrankheit Vitiligo haben ein geringeres Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Ein möglicher Weg zur Behandlung dieser Krebsart könnte daher darin bestehen, die Weißfleckenkrankheit aktiv auszulösen und somit eine weniger schlimme Krankheit als Waffe gegen den gefährlichen Hautkrebs einzusetzen.

Bei der Weißfleckenkrankheit Vitiligo greift das Immunsystem die Pigmentzellen der Haut an.
Bei der Weißfleckenkrankheit Vitiligo greift das Immunsystem die Pigmentzellen der Haut an.
© Axel Bueckert - Fotolia.com

Forscher der Universität Bonn und der Ludwig-Maximilians-Universität München haben entschlüsselt, wie das Immunsystem die Pigmentzellen der Haut angreifen kann, die bei Schwarzem Hautkrebs betroffen sind, dem sogenannten Malignen Melanom. Derselbe Mechanismus löst auch die Hautkrankheit Vitiligo aus, die durch weiße Flecken auf der Haut gekennzeichnet ist. Diese Reaktion lässt sich künstlich herbeiführen, was ein möglicher Weg zur Behandlung des Melanoms wäre. Die Theorie: Der braune Farbstoff in den Pigmentzellen entsteht nur mit Hilfe eines bestimmten Enzyms. Blockiert man dieses mit dem Wirkstoff Monobenzon, greift das Immunsystem die betroffenen Pigmentzellen an und zerstört sie. Eine Nebenwirkung, die man hier in Kauf nimmt, ist die Weißfleckenkrankheit. „Man möchte also eine weniger schlimme Erkrankung als Waffe gegen den Schwarzen Hautkrebs einsetzen“, erklärt Dr. Jasper van den Boorn vom Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie der Universität Bonn das Prinzip.

Dass das tatsächlich funktionieren könnte, ergab die aktuelle Arbeit der Forscher. Dabei hatten sie niedrige Dosen von Monobenzon auf die Haut von Mäusen aufgebracht. Im Mittelpunkt der anschließenden Reaktion des Immunsystems standen die sogenannten natürlichen Killerzellen. Diese gehören zum angeborenen Immunsystem und töten unter anderem Krebszellen. „Unsere Ergebnisse zeigen eindeutig, dass die natürlichen Killerzellen ebenfalls eine nachhaltige und effektive Immunreaktion gegen körpereigene Pigmentzellen und damit auch gegen schwarze Hautkrebszellen bewerkstelligen können“, sagt Professor Dr. Gunther Hartmann von der Universität Bonn. Die Resultate, die in der Fachzeitschrift Immunity nachzulesen sind, eröffnen möglicherweise neue Therapieoptionen für die Behandlung des Schwarzen Hautkrebses. Laut der Forschergruppe zeigen sie eine neue Art der Immunerkennung und könnten neue Einblicke in das Entstehen von Vitiligo liefern.

HH

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