So unterstützt Mittagsschlaf Lernen und Konzentration

Elisabeth Kerler  |  23.01.2026 10:41 Uhr

Ein Mittagsschlaf kann das Gehirn wieder leistungsfähig machen. Die Schlafforschung bietet Einblicke.

Eine Frau schläft bei Tag auf einem Sofa. Sie lächelt selig.
Einen Mittagsschlaf empfinden viele als erholsam. Ein Forschungsteam hat untersucht, wie er hilft, sich danach wieder besser zu konzentrieren.
© fizkes/iStockphoto

Ein kurzer Mittagsschlaf kann dem Gehirn helfen, sich zu erholen und neue Informationen besser aufzunehmen. Auf dieses Studienergebnis weist das Universitätsklinikum Freiburg hin. 

Warum geistige Anstrengung das Gehirn ermüdet

Beim Lernen, Nachdenken oder Konzentrieren ist das Gehirn besonders aktiv. Dabei verstärken sich die Verbindungen zwischen den Nervenzellen, die sogenannten Synapsen. Diese Verstärkung ist wichtig für Lernprozesse – sie sorgt dafür, dass Informationen im Gehirn gespeichert werden. Mit zunehmender geistiger Belastung kann es jedoch zu einer Art Sättigung kommen: Die Synapsen sind stark aktiviert, und das Gehirn wird weniger aufnahmefähig für neue Inhalte.

Schon 45 Minuten Mittagsschlaf, nicht nur Nachtschlaf, hilft

Schlaf hilft dem Gehirn, diese übermäßige synaptische Aktivität wieder herunterzuregulieren, ohne bereits Gelerntes zu verlieren. Bislang war bekannt, dass dieser Erholungsprozess vor allem während des Nachtschlafs stattfindet. Laut der Studie reicht bereits ein 45-minütiger Mittagsschlaf aus, um das Gehirn zu entlasten und wieder in einen lernbereiten Zustand zu versetzen. Studienleiter Prof. Dr. Christoph Nissen erklärt in einer Mitteilung: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass selbst eine kurze Schlafphase das Gehirn in einen Zustand versetzen kann, in dem es wieder besser lernen und Informationen aufnehmen kann.“ Er spricht dabei von einem “synaptischen Reset”.

Was die Forschenden gemessen haben

Da direkte Messungen an Synapsen bei gesunden Menschen nicht möglich sind, nutzte das Forschungsteam nicht-invasive Verfahren wie EEG und transkranielle Magnetstimulation. Damit lässt sich indirekt erfassen, wie stark synaptische Verbindungen aktiviert sind und wie flexibel das Gehirn auf neue Reize reagieren kann.

Untersucht wurden 20 gesunde junge Erwachsene, die an zwei Nachmittagen entweder einen etwa 45-minütigen Mittagsschlaf hielten oder wach blieben. Nach dem Schlaf zeigte sich eine geringere durchschnittliche synaptische Aktivität – ein Zeichen für Erholung – sowie eine verbesserte Fähigkeit, neue Verbindungen zu bilden.

Bedeutung für Lernen und Alltag

Die Ergebnisse lieferten eine biologische Erklärung dafür, warum sich viele Menschen nach einem Mittagsschlaf wacher und konzentrierter fühlen, so die Uni Freiburg. Prof. Dr. Dr. Kai Spiegelhalder erklärt: „Ein kurzer Schlaf zwischendurch kann helfen, wieder klarer zu denken und konzentriert weiterzuarbeiten.“ Besonders bei hoher geistiger Belastung könnte ein kurzer Schlaf gezielt dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Quelle: DOI 10.1016/j.neuroimage.2026.121723

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast

Im Fokus diesmal: Neue Grenzwerte für Cannabis-Konsum, das Apothekensterben setzt sich unvermindert…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben