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Warum der Corona-Test nach der Genesung noch positiv ausfällt

Dr. Karen Zoufal  |  11.05.2021

Schon bald nach Beginn der Covid-19-Pandemie wurde beobachtet, dass einige Patienten, die sich bereits von der Erkrankung erholt hatten, noch Wochen oder Monate später einen positiven PCR-Test hatten. Die Lösung des Rätsels wurde nun in der Fachzeitschrift „PNAS“ veröffentlicht: Bei manchen Menschen werden Gensequenzen des Coronavirus ins Erbgut aufgenommen.

Hand mit Handschuh hält positiven Corona-Test in der Hand.
Bei einigen Menschen kann der Corona-Test auch noch Monate nach der Genesung positiv ausfallen.
© grejak/iStockphoto

Theoretisch ist es zwar möglich, dass ein Patient zweimal an Covid-19 erkrankt. Bei den allermeisten Menschen, die nach der Genesung noch einen positiven Test haben, ist dies aber nicht der Fall:  Bei ihnen wurden keine infektionsfähigen Viren gefunden, und es kam auch noch zu positiven Testergebnissen, nachdem die Studienteilnehmer lange in Quarantäne waren.

Forscher haben nun deutliche Hinweise darauf gefunden, dass Teile des Erbguts des Coronavirus SARS-CoV-2 durch einen Prozess, der reverse Transkription genannt wird, in das menschliche Erbgut gelangen können. Diese wurden dann im PCR-Test nachgewiesen, obwohl die Personen längst wieder gesund waren. SARS-CoV-2 ist nicht das einzige Virus, bei dem das passiert: Rund acht Prozent der menschlichen DNA bestehen aus den Überresten von Viren, die sich im Lauf der Evolution dort angesammelt haben.

Viren können sich im Erbgut einnisten

Einige Virusarten, sogenannte Retroviren, sind darauf spezialisiert, die menschliche DNA zu entern. SARS-CoV-2 zählt nicht dazu und sollte entsprechend eigentlich nicht in das menschliche Erbgut gelangen. Trotzdem kann es dazu kommen, dass Fragmente aufgenommen werden – auch wenn diese nicht groß genug sind, um neue Viren zu erzeugen. Die Forscher haben Berechnungen angestellt, wie oft und in welchem Umfang es zu einer Aufnahme von Viruserbgut in das menschliche Genom kommt. Der Prozentsatz variierte recht stark, aber bei manchen Personen scheint ein größerer Teil der Virusgene in das menschliche Genom geraten zu sein.

Da der analysierte Datensatz recht klein war, sind weitere Untersuchungen erforderlich, um genau sagen zu können, wie häufig dieses Phänomen tatsächlich auftritt und was es für Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben könnte.

Quelle: 10.1073/pnas.2105968118

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