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Wie Mücken die Lust am Stechen vergeht

11.10.2016

Fänden Mücken Menschen eklig, würden sie seltener stechen. Diesem Ansatz folgen US-Forscher: Im Kampf gegen Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, z.B. Malaria, möchten sie für die Insekten das "Aroma" von Menschen verändern. Einen erfolgversprechenden Anknüpfungspunkt fanden die Forscher nun im Mückenhirn.

Zum Riechen und Stechen besitzen Mücken ein ganzes Arsenal von Werkzeugen am Kopf.
Zum Riechen und Stechen besitzen Mücken ein ganzes Arsenal von Werkzeugen am Kopf.
© corlaffra - Fotolia

Mücken mögen nicht nur den Geschmack des Menschen, sondern auch seinen Geruch. Das schließen die Wissenschaftler von der Johns Hopkins University in Baltimore daraus, wie die drei unterschiedlichen Riechorgane der Insekten in ihrem Gehirn "verdrahtet" sind. Zwei davon führten wie erwartet zum Geruchszentrum, aber eines wich von diesem Muster ab. Die Nervenstränge der sogenannten Labella verliefen zu einer Region, die niemals zuvor mit dem Geruchssinn von Insekten in Verbindung gebracht worden war, sondern nur mit dem Geschmackssinn. „Es ist wahrscheinlich, dass die Duftstoffe, die unsere Haut verströmt, von den Labella aufgenommen werden und den bevorzugten Geschmack unserer Haut beeinflussen, speziell wenn die Mücke nach einer Stelle zum Stechen sucht“, sagt Professor Christopher Potter, einer der Studienautoren.

Möglicherweise eröffnen sich durch die neuen Informationen bisher unbekannte Möglichkeiten, Mücken abzuwehren, berichten die Forscher online im Fachblatt Nature Communications. Eine Kombination von zwei Abwehrmitteln könnte Mücken demnach womöglich besonders effektiv vom Stechen abhalten: Eines, das die Mücken auf Abstand hält. Dieses müsste die Nervenbahnen der sogenannten Antennen beeinflussen. Ein zweites müsste auf die Nerven der Labella zielen und bewirken, dass, sollte eine Mücke doch landen, sie sich voller Ekel von uns abwendet.

Mücken nutzen ihren Geruchssinn um einen Wirt für ihre Blut-Mahlzeit zu finden. Weil die Wahrnehmung von Düften für ihr Überleben so wichtig ist, habe jede Mücke quasi drei Paar "Nasen", mit denen sie Gerüche wahrnehmen können, erläutern die Forscher. Zwei Antennen, zwei sogenannte Maxillarpalpen (Unterkiefertaster) und zwei Labella. Während die Maxillarpalpen etwa parallel zum Stechrüssel verlaufen, sind die Labella zwei kleine Regionen an der Spitze des Stechrüssels, die sowohl Nerven zum Schmecken und Riechen besitzen.

HH/RF

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