Gesundheit

Wie uns Gerüche vor Gefahren warnen

Lena Höppner  |  25.11.2021

Der Geruchssinn scheint oft eine niedrigere Rolle als das Sehen oder Hören zu spielen. Wenn ein Schnupfen die Nase blockiert, fällt aber die Bedeutung des Riechens auf. Erstmals ist es Forschern gelungen, die komplexen Vorgänge, die dabei im Hirn vor sich gehen, zu messen.

Schnüpfelnder Hund auf Baumstamm
Der menschliche Geruchssinn ist zwar bei weitem nicht so gut wie der von Hunden, kann uns aber auch zuverlässig vor Gefahren warnen.
© Kerkez/iStockphoto

Im Tierreich ist der Geruchssinn lebenswichtig: Er hilft unter anderem dabei, Gefahren zu erkennen, genießbare Nahrung zu finden oder einen Partner auszuwählen. Tiere haben oft auch einen deutlich besseren Riecher als Menschen: Hunde verfügen beispielsweise über mehr als 250 Millionen Riechzellen, ein Mensch hat etwa 25 Millionen. Aber auch wir erkennen anhand von Gerüchen potenzielle Gefahren wie etwa Feuer oder verdorbene Lebensmittel.  Forscher des Karolinska Instituts in Schweden kam nun zu der Erkenntnis, dass unangenehme Gerüche, die mit einer potentiellen Gefahr verbunden sind, schneller verarbeitet werden als angenehme Gerüche. 

Schlechte Gerüche kommen schneller im Gehirn an

Das Riechorgan, oft bezeichnet als olfaktorisches Organ, nimmt etwa fünf Prozent des menschlichen Hirns ein und kann zwischen Millionen verschiedener Gerüche unterscheiden. Durch die Nase gelangen Geruchsmoleküle an die Riechzellen. Dort binden sie an für den Geruch spezifische Rezeptoren, sodass ein Signal ausgelöst wird. Über die Nerven gelangt das Signal in das Gehirn und löst dort eine Reaktion aus. Bei einem schlechten Geruch ist dies meist eine abwehrende Bewegung wie beispielsweise ein Wegdrehen von der Geruchsquelle. Von der Einatmung über die Nase bis zum Ankommen des Signals im Hirn vergehen nur etwa 100 bis 150 Millisekunden. Generell ist die Reaktion über den Geruchssinn meist unwillkürlicher als bei der Wahrnehmung über den Hör- und Sehsinn. 

Lange Zeit gab es keine Möglichkeit, diese komplexen Vorgänge ohne einen größeren Eingriff zu untersuchen.  Die Wissenschaftler der Abteilung für klinische Neurowissenschaften am Karolinska Institut haben dafür eine Methode entwickelt, bei der die Signale des Riechorgans gemessen werden, die das Gehirns weitergeleitet werden. Für die Studie führten sie drei verschiedene Experimente durch. Zunächst bekamen die Probanden sechs verschiedene Gerüche, die sie bewertet haben. Währenddessen konnten sie die elektrophysikalische Aktivität messen, also die Signalverarbeitung des Riechorgans.

Quelle: 10.1073/pnas.2101209118

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