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Covid-19: Riechtraining verbessert den Geruchssinn schneller

AK-Nds/RF  |  22.01.2022

Nicht nur bei Covid-19: Bis zu 25 Prozent der Patienten nach einem Schnupfen, einer Sinusitis oder einer Grippe leiden an einer veränderten Wahrnehmung von Gerüchen. Ein individuelles Dufttraining mit ätherischen Ölen kann den Genesungsprozess beschleunigen, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen.

Frau riecht an ätherischem Öl.
Geruchsstörungen nach Infektionen der oberen Atemwege sind nicht selten. Für das Training des Geruchssinns eignen sich unterschiedliche ätherische Öle.
© iStock.com/AndreyPopov

Geruchsstörungen nach Infektionen der oberen Atemwege sind gar nicht so selten. Dieses Phänomen wird Parosmie genannt. Betroffene riechen auf einmal Gerüche ganz anders, als sie es ursprünglich gewohnt sind. Dies kann sehr unangenehm und verunsichernd sein. Die Sinnesstörung kann bis zu mehreren Wochen dauern. Bei Covid-19-Infektionen leiden rund zehn Prozent der Patienten unter einem gestörten oder gänzlich fehlenden Geruchssinn. Betroffene sollten unbedingt einen Neurologen und HNO-Arzt aufsuchen, um die Ursachen für die Geruchsstörung abklären zu lassen.

Auf welche Weise der Geruchssinn beeinträchtigt wird, ist noch unklar. Studien an der Universitätsklinik Saint-Luc in Brüssel haben gezeigt, dass in der Nasenhöhle von Covid-19-Infizierten eine hohe Viruslust gefunden wurde. Fachleute vermuten, dass das Virus bevorzugt Nervenzellen angreift, die für unsere Duftwahrnehmung verantwortlich sind.

Da sich die Riechfunktion in der Regel innerhalb von Wochen erholt, geht die Forschung nicht von einer Nervenschädigung aus. Die Viren heften sich vielmehr an die Riechschleimhaut (Riechepithel) und schädigen diese. Selbst wenn die Sinneszellen bei diesem Vorgang absterben sollten, können sie sich mit Hilfe der Basalzellen, der Reservezellen, die für die Wiederherstellung abgestorbener Zellen der Riechschleimhaut sorgen, wieder regenerieren. Riechzellen haben grundsätzlich nur eine Lebenszeit von wenigen Wochen. Das Nachwachsen der Nervenweiterleitung braucht allerdings Zeit.

Mit dem Riechtraining die Erholung beschleunigen

Nach Absprache mit dem Arzt kann ein individuelles Dufttraining die Erholung des Geruchssinns beschleunigen. Schulen Patienten regelmäßig ihr Riechorgan, können sie die Erholungsgeschwindigkeit verdoppeln oder sogar verdreifachen. Die Expertenteams in der Apotheke vor Ort beraten Betroffene, deren Geruchssinn gestört ist, zu reinen ätherischen Ölen ohne Zusatzstoffe, die sich für ein Dufttraining besonders eignen. Um das Wahrnehmungsorgan wieder zu aktivieren, sollten sich die Duftstoffe anfangs gut unterscheiden.

Apotheker empfehlen, jeden Morgen und jeden Abend an starken Gerüchen aus verschiedenen Duftklassen wie zum Beispiel Rose, Zitrone, Gewürznelke und Eukalyptus zu riechen. Während des Trainings sollte die Reihenfolge der Düfte wechseln und durch Pausen getrennt sein. Die Übung sollte rund 15 Minuten dauern.

Praxistipps für ihr individuelles Riechtraining

Während der Riech-Schulung sollten Betroffene stehen oder aufrecht sitzen und ruhig und gleichmäßig ein- und ausatmen. Nun werden die verschiedenen Öle nacheinander vier bis fünf Sekunden lang unter ein Nasenloch gehalten, das andere wird dabei mit dem Zeigefinger von außen durch Drücken verschlossen. Den Vorgang zwei bis vier Mal hintereinander wiederholen, dann auf das andere Nasenloch wechseln. Während sich die Patienten auf die Düfte fokussieren, stellen sie sich im Kopf folgende Fragen: Wie intensiv nehme ich den Geruch wahr? Kann ich den Geruch genau identifizieren? Welche Erinnerung oder Emotion verbinde ich mit dem Geruch?

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