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Zöliakie: mehr Neuerkrankungen bei britischen Kindern

27.01.2015

Die Zahl jüngerer Kinder, bei denen eine Zöliakie, also eine Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten, diagnostiziert wurde, ist in den vergangenen 20 Jahren deutlich angestiegen. Das zumindest besagen Zahlen aus einer aktuellen Studie für Großbritannien.

Grundschulkind, Mädchen, mit belegtem Brot
Bei Zöliakie verträgt der Körper bestimmte Anteile von Getreide nicht. Die kleinen Patienten brauchen also spezielles Brot.
© Ermolaev Alexandr - Fotolia

Von mehr als 2 Millionen Kindern, deren Daten aus einer britischen Gesundheitsdatenbank stammen, war zwischen 1993 bis 2012 bei 1.247 Kindern eine Zöliakie diagnostiziert worden. Das entspreche pro Jahr ungefähr einem neuen Fall pro 10.000 Kinder, schreiben Dr. Laila Tata von der University of Nottingham und Kollegen im Fachblatt British Medical Journal. In ihrer Studie wiesen die Forscher nun nach, dass sich die Zahl der Neudiagnosen bei Kindern über zwei Jahren innerhalb von 20 Jahren fast verdreifachte. Im Vergleich zum Zeitraum von 1993 bis 1997 lag die Diagnoserate in den Jahren von 2008 bis 2012 um 75 Prozent höher. Wie häufig bei Kindern eine Gluten-Unverträglichkeit festgestellt wurde, hing unter anderem auch mit dem sozialen und ökonomischen Hintergrund zusammen. Bei Kindern aus einkommensschwachen Familien wurde die Krankheit nur halb so häufig diagnostiziert, berichten die Forscher.

Der Grund dafür, dass die Zahl der Neuerkrankungen insgesamt zugenommen habe, liege vermutlich nicht daran, dass immer mehr Menschen daran erkranken. Denkbar sei vielmehr, dass immer mehr Menschen schon einmal von der Krankheit gehört haben und sie in der Öffentlichkeit daher eher wahrgenommen wird. Darüber hinaus hätten sich die Diagnosemöglichkeiten mit den Jahren verbessert, so die Forscher. Dass Zöliakie bei Kindern aus ärmeren Familien seltener diagnostiziert werde, hänge vermutlich ebenfalls mit der Wahrnehmung zusammen, vermuten die Forscher.

Es sei anzunehmen, dass in Großbritannien bei bis zu einem Prozent aller Kinder Marker für Zöliakie im Blut zu finden sind, schreiben die Forscher. Bei der Zöliakie kommt es zu einer Autoimmunreaktion, die durch Gluten ausgelöst wird. Dies ist ein Klebereiweiß, das in Getreidearten wie Weizen, Gerste oder Roggen enthalten ist. Bei Betroffenen schädigen schon kleinste Mengen den Dünndarm, so dass sich Menschen mit Zöliakie ein Leben lang glutenfrei ernähren müssen.

HH

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