Zöliakie

Zöliakie ist eine Erkrankung des oberen Dünndarms. Sie tritt im Kindesalter auf und wird durch eine Überempfindlichkeit gegenüber dem in allen Getreidesorten vorkommenden Klebereiweiß Gluten ausgelöst.

Was ist das? - Definition
Zöliakie ist eine Erkrankung des oberen Dünndarms. Sie tritt im Kindesalter auf und wird durch eine Überempfindlichkeit gegenüber dem in allen Getreidesorten vorkommenden Klebereiweiß Gluten ausgelöst.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen

  • Glutensensitive Enteropathie im Kindesalter
  • Sprue (bei Auftreten der Erkrankung im Erwachsenenalter)
  • Idiopathische Steatorrhö
  • Intestinaler Infantilismus

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Die Dünndarmschleimhaut betroffener Kinder reagiert überempfindlich auf das Klebereiweiß Gluten, das in allen Getreidesorten vorkommt. Ob diese Überempfindlichkeit auf einen angeborenen Enzymmangel oder auf eine allergische Reaktion zurückgeht, ist bislang ungeklärt. Fest steht, dass der Kontakt mit Gluten schwerwiegende Veränderungen der Dünndarmschleimhaut auslöst und ihre Funktion bei der Verdauung und Nährstoffaufnahme erheblich beeinträchtigt. Tritt die Erkrankung im Erwachsenenalter auf, wird sie als Sprue bezeichnet.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Durch die Schädigung der Dünndarmschleimhaut treten starke Blähungen, fetthaltige Stuhlgänge und massive Durchfälle auf. Die erkrankten Kinder verlieren deutlich an Gewicht und leiden unter allgemeiner Schwäche.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Bei schweren Formen kommt es zu einem ausgeprägten Mangel an Eiweißen, Fetten, Eisen und anderen Mineralien wie auch Vitaminen. Charakteristisch sind ein vorgewölbter und stark aufgetriebener Bauch sowie Wasseransammlungen in den Beinen. Bleibt die Krankheit unbehandelt, entwickeln sich immer häufiger stark wässrige und sehr heftige Durchfälle, die zu lebensbedrohlichen Wasser- und Mineralstoffverlusten führen.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose), Magersucht (Anorexia nervosa) oder chronisch verlaufende Darmerkrankungen wie Morbus Crohn rufen ähnliche Symptome hervor. Dies gilt ebenso für fortschreitende Lebererkrankungen wie die Leberzirrhose.

Verhaltenstipps
Weizen, Roggen, Hafer und Gerste enthalten Klebereiweiß und sind vollständig und lebenslänglich zu meiden. Hingegen dürfen Mais, Reis, Hirse, Kartoffeln, Buchweizen und Sojamehl als Nahrungsmittel zugeführt werden.

Bearbeitungsstand: 22.11.2011

Quellenangaben:
Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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