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5 Regeln: Nitrospray richtig einsetzen

Hanke Huber  |  23.02.2021

Bei einem plötzlichen schmerzhaften Engegefühl in der Herzgegend, einer sogenannten Angina pectoris, leistet ein Nitrospray schnelle Hilfe. Dabei handelt es sich um ein Medikament, das unter die Zunge gesprüht wird und schnell für eine bessere Durchblutung des Herzens sorgt. Worauf man dabei achten muss, erklärt Dr. Hiltrud von der Gathen auf einer Fortbildung für Apotheker in Schladming, Österreich.

Ein Engegefühl in der Brust ist eines der häufigsten Symptome bei der koronaren Herzkrankheit.
Ein Engegefühl in der Brust ist eines der häufigsten Symptome bei der koronaren Herzkrankheit.
© PIKSEL/iStockphoto

Doppelt gemoppelt: "Es ist zum Beispiel wichtig, zu wissen, dass man zwei Sprays braucht – eins für unterwegs und eins für zu Hause", so von der Gathen. Am besten liegt das Spray immer griffbereit: "Da die meisten Angina pectoris-Anfälle nachts auftreten, muss ein Spray auf dem Nachttisch platziert werden. Das andere Spray sollte der Patient ständig bei sich tragen, um im Bedarfsfall jederzeit darauf zurückgreifen zu können", rät die Apothekerin.

Nicht zu warm: Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Lagerungstemperatur: Sie muss unter 25 Grad Celsius liegen. Dies sei an sich zwar nichts Besonderes, da es für nahezu alle Arzneimittel gelte, so von der Gathen. Allerdings tragen vor allem Männer ihre Medikamente häufig in der Hosentasche. "Ein Nitrospray, das ständig in der Hosentasche getragen wird, kann im Notfall unwirksam zu sein", warnt die Apothekerin. Ihr Rat: Das Spray stattdessen lieber in der Jackentasche aufbewahren.

Richtig anwenden: Bei der Anwendung setzt sich der Patient möglichst hin oder lehnt sich irgendwo an, rät von der Gathen. Im Liegen verabreiche man es besser nicht.

"Bei Bedarf" statt "im Notfall": Ein weitere Fehler sei, dass viele Patienten das Spray nur bei Schmerzen anwenden und nicht wissen, dass man es auch vorbeugend nehmen kann. "Besser als die Bezeichnung 'Notfallmedikament' wäre hier der Begriff 'Bedarfsspray', also das Spray, das bei Bedarf eingenommen wird", erläutert die Apothekerin. Wichtig hierbei: Der Patient muss die Auslöser kennen, die typischerweise bei ihm Anfälle verursachen. Ein klassisches Beispiel hierfür ist Schneeschippen: Durch die Kälte kommt es zu einer Gefäßverengung, die zusammen mit körperlicher Belastung und in den Morgenstunden das Risiko für eine Angina pectoris erhöht. Hier hilft es, das Spray prophylaktisch zu nehmen.

Richtige Dosis: Häufig sei auch die Dosis zu gering gewählt, weiß von der Gathen. "Man sollte die Dosis ausnutzen, die zwischen einem und drei Hüben liegen kann", sagt die Pharmazeutin und präzisiert: "Der zweite Hub darf aber erst nach 30 Sekunden gesetzt werden. Sollte der Patient nicht darauf ansprechen, kann eine nächste Dosis zehn Minuten später gegeben werden. Wenn die Symptome nach 20 bis 30 Minuten immer noch bestehen, ruft man die 112 – dann ist es ein ärztlicher Notfall."

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