Vermehrtes Bauchfett in Kombination mit Muskelschwund ist bekannt als „sarkopenische Adipositas“. In einer Studie hatten Betroffene ein deutliches höheres Sterberisiko für den 14-jährigen Studienzeitraum. Das ist zentrales Ergebnis einer Studie mit Daten von mehr als 5.400 Personen, die mindestens 50 Jahre alt waren. Das Forschungsteam fand so heraus:
Ergebnisse der Studie zu Muskelschwund und Bauchfett
- Das Risiko, innerhalb der 14 Jahre zu sterben, war bei Menschen mit sarkopenischer Adipositas um 83 Prozent höher als bei Personen ohne diese Erkrankung.
- Bei Personen mit wenig Muskelmasse, aber ohne abdominale Adipositas war die Sterblichkeit um 40 Prozent erhöht.
- Bei Personen mit abdominaler Adipositas und ausreichender Muskelmasse war sie dagegen genauso niedrig wie bei Menschen ohne diese Faktoren.
Die Muskulatur ist für einen gesunden Stoffwechsel enorm wichtig
Prof. Valdete Regina Guandalini von der Universität Sao Carlos erläuterte in einer Mitteilung zur Veröffentlichung, dass überschüssiges Fett Entzündungsprozesse verstärkt, die den Stoffwechsel verändern. Das verschlimmerte den Muskelabbau weiter: „Diese systemische und fortschreitende Entzündung betrifft direkt das Muskelgewebe. Fett dringt in die Muskulatur ein und nimmt deren Platz ein.“
Erstmals eine kostengünstige Methode zur einfachen Früherkennung
Sarkopenische Adipositas ist auch als Gebrechlichkeitssyndrom bekannt. Es geht mit einem Verlust der Selbstständigkeit und einer Verschlechterung der Lebensqualität älterer Erwachsener einher. Sie ist normalerweise schwer zu diagnostizieren und benötigt teure Untersuchungen wie Magnetresonanztomographie, Computertomographie, Bioimpedanzanalyse oder Densitometrie. Durch eine Auswertung der Daten einer großen Alterns-Studie gelang es den Forschenden nach eigenen Angaben erstmals, sarkopenische Adipositas durch einfache Maßnahmen wie die Messung des Bauchumfangs und die Schätzung der fettfreien Masse schon früh zu erkennen.
Quelle: DOI 10.1007/s40520-024-02866-9