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Antidepressiva: So vermeiden Sie Gewichtszunahme

13.08.2020

Medikamente gegen Depressionen hellen zwar die Stimmung auf, haben aber auch gefürchtete Nebenwirkungen: Viele Patienten berichten, dass sie während der Therapie an Gewicht zunehmen. Die Tabletten deswegen nicht einzunehmen, ist keine Lösung.

Junge Frau hält eine Tablette zwischen den Fingern und schaut skeptisch.
Antidepressiva können die Stimmung verbessern. Als Nebenwirkung kann der Appetit steigen.
© iStock.com/fizkes

"Wenn Frauen im Beipackzettel von einer möglichen Gewichtszunahme lesen, wollen viele das Antidepressivum gar nicht erst einnehmen", sagte Hiltrud von der Gathen bei einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer in Meran. Aber wenn die Beratung des Apothekers nicht nur fachlich auf die Bedürfnisse der Patienten eingehe, würden sich solche Ängste oft abbauen lassen. "Dadurch verbessern Apotheker die Arzneimitteltherapiesicherheit", sagt von der Gathen.

Ein häufiges Symptom von Depressionen ist, dass der Appetit abnimmt. Nimmt ein Patient ein Antidepressivum, so bessert das nicht nur seine Stimmung, sondern auch der Appetit kehrt zurück. Deshalb kommt es bei vielen antidepressiven Behandlungen zu einer Gewichtszunahme. „Das liegt aber nicht daran, dass das Medikament selbst Kalorien hat, sondern dass man einfach mehr isst. Wer auf sein Gewicht achten will, sollte das entsprechend bei der Nahrungsauswahl berücksichtigen“, sagt von der Garthen.

Süße Getränke als Durstlöscher vermeiden

Einige antidepressive Wirkstoffe führen als Nebenwirkung auch zu einer Mundtrockenheit. Der Patient trinkt deshalb mehr – viele würden unter der Therapie gleichzeitig eine starke Vorliebe für süße Getränke entwickeln. "Wenn Patienten das wissen, können sie sich bewusst gegen kalorienreiche Getränke und für Wasser entscheiden. So bleibt die gefürchtete Gewichtszunahme oft aus."

Die erwünschte depressionslösende Wirkung von Medikamenten beginne oft erst nach etwa zwei Wochen. Die Nebenwirkungen seien hingegen sofort spürbar. "Das müssen Patienten wissen, sonst zweifeln sie an ihrer Therapie und halten nicht durch", sagte Henry Beck, Krankenhausapotheker aus Köln. Aber auch das Ende einer Therapie sollte über einige Tage bis Wochen gestreckt werden. "Werden Antidepressiva abrupt abgesetzt, kann es zu Unruhe, Schwindel und Übelkeit kommen", so Beck. Wenn die Dosis langsam verringert werde, könnten diese Nebenwirkungen oft vermieden werden.

ABDA/NK

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