Die Beziehung zwischen Mensch und Haustier ist oft sehr eng – nicht nur auf emotionaler Ebene. Studien zeigen: Unsere Haut- und Darmflora ähnelt sich zunehmend, wenn wir mit Tieren zusammenleben. Beim Einsatz von Antibiotika kann das jedoch problematisch werden.

Fachleute sprechen heute von „One Health“ – einem ganzheitlichen Ansatz, der die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt als eng miteinander verknüpft betrachtet. Das bedeutet: Was dem Haustier schadet, kann auch dem Menschen schaden – und umgekehrt. Besonders bei Antibiotikaresistenzen wird das deutlich.
„Wir wissen, dass der Einsatz von Antibiotika bei Tieren zur Entwicklung von Resistenzen führen kann, die sich auf ihre Besitzer und die Umwelt übertragen können“, erklärt Prof. Dr. Claire Fellman aus den USA. Dasselbe gelte auch für Antibiotika beim Menschen mit engem Tierkontakt.
Wenn ein Mensch oder ein Haustier ein Antibiotikum bekommt, beeinflusst das nicht nur die eigene Bakterienflora, sondern möglicherweise auch die des jeweils anderen. Dabei können sich sogar resistente Keime austauschen – eine gefährliche Entwicklung, vor der Fachleute seit Jahren warnen.
Viele Antibiotika für Tiere ähneln den Wirkstoffen für Menschen, selbst wenn die Handelsnamen unterschiedlich sind. Deshalb fordern Tierärzte wie Fellman einen besonders verantwortungsvollen Umgang mit diesen Medikamenten.
Früher wurden Tiere häufig länger mit Antibiotika behandelt. Heute geht man neue Wege: „Unsere antimikrobiellen Behandlungen waren früher länger, werden heute aber oft verkürzt, nachdem viele Studien an Menschen den Nutzen einer kürzeren Behandlungsdauer belegen“, sagt Fellman.
Auch unnötige Antibiotikagaben werden zunehmend vermieden. Zum Beispiel:
Je bewusster Ärzte Antibiotika einsetzen, desto besser lassen sich Resistenzen vermeiden. Auch der Patient ist gefragt:
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