Für mehr als 4 Millionen Menschen in Deutschland liegt die nächste Apotheke mehr als 6 Kilometer entfernt. Besonders in ländlichen Regionen kann das die Arzneimittel-Versorgung erschweren. Eine aktuelle Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land.

Rund 4,9 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leben in Regionen mit eingeschränkter Apothekenversorgung. Das entspricht mehr als 4 Millionen Menschen. Sie müssen mehr als sechs Kilometer bis zur nächsten Apotheke zurücklegen. Grundlage ist eine Untersuchung der ILS Research gGmbH im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
Besonders viele Betroffene leben in Bayern. Dort müssen knapp 900.000 Menschen lange Wege zur nächsten Apotheke auf sich nehmen. Den höchsten Bevölkerungsanteil mit schlechter Apotheken-Erreichbarkeit weist Mecklenburg-Vorpommern auf. Dort wohnen 21,7 Prozent der Menschen mehr als sechs Kilometer von einer Apotheke entfernt.
Die Studie zeigt insgesamt eine gute Apothekenversorgung in Deutschland. Gleichzeitig werden deutliche regionale Unterschiede sichtbar: „In Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Thüringen gibt es besonders viele ‚isolierte‘ Apotheken, die die Versorgung einer ganzen Region allein stemmen müssen“, sagt Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV).
Falle ein solcher Standort weg, verlängerten sich die Wege für die Bevölkerung deutlich, so Hubmann. Gerade ältere Menschen, Familien oder Patienten mit regelmäßigem Medikamentenbedarf können davon besonders betroffen sein.
In Großstädten ist die Situation anders. Dort gebe es zwar meist mehrere Apotheken in erreichbarer Nähe. Gleichzeitig sei die Apothekendichte in einigen Städten jedoch laut dem DAV-Vorsitzenden vergleichsweise niedrig.
Dadurch müssten die verbleibenden Apotheken immer mehr Patienten versorgen. Nach seiner Einschätzung beeinträchtigt jede weitere Apothekenschließung die Versorgung der Patienten – „entweder durch weitere Wege im ländlichen Bereich oder durch massive Überbelastung der verbliebenen Apotheken im städtischen Bereich.“
Die Zahl der Apotheken in Deutschland geht seit Jahren zurück. Zum 31. März 2026 gab es bundesweit noch 16.541 Apotheken. Innerhalb von 13 Jahren ist damit rund jeder fünfte Standort weggefallen.
Die Studienautoren sehen deshalb insbesondere in ländlichen Regionen ein erhöhtes Risiko für Versorgungslücken. Dort kann die Schließung einzelner Apotheken direkte Auswirkungen auf die Erreichbarkeit von Arzneimitteln haben.
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