Die häufigsten Apothekennamen in Deutschland: Was sie über ihre Region verraten

Rüdiger Freund  |  15.07.2026 11:42 Uhr

Löwen-Apotheke, Adler-Apotheke oder Marien-Apotheke: Dieselben Namen tauchen in vielen Städten immer wieder auf. Eine Analyse von rund 16.000 Apotheken zeigt, welche Namen am häufigsten sind und warum sie bis heute erhalten bleiben.

Adler-Apotheke von außen
Tiere gehören zu den beliebtesten Namensgebern von Apotheken in Deutschland.
© Mickis-Fotowelt/iStockphoto

Wer genauer hinschaut, erkennt auf Apothekenschildern ein Stück deutsche Geschichte. Eine aktuelle Auswertung von rund 16.000 Apothekennamen durch die Geomarketing-Agentur planus media zeigt, dass viele Namen seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten bestehen bleiben. Sie spiegeln regionale Traditionen wider und verraten oft mehr über einen Ort, als man auf den ersten Blick vermutet.

Löwe und Adler führen die Liste an

Die häufigsten Apothekennamen in Deutschland sind die Löwen-Apotheke und die Adler-Apotheke. Beide Namen tragen jeweils 314 Apotheken und kommen damit auf knapp zwei Prozent aller Standorte. Dahinter folgen Sonnen-Apotheke, Stadt-Apotheke und Marien-Apotheke.

Die zehn häufigsten Apothekennamen in Deutschland

  1. Löwen-Apotheke: 314 Standorte
  2. Adler-Apotheke: 314 Standorte
  3. Sonnen-Apotheke: 300 Standorte
  4. Stadt-Apotheke: 286 Standorte
  5. Marien-Apotheke: 266 Standorte
  6. Linden-Apotheke: 218 Standorte
  7. Markt-Apotheke: 207 Standorte
  8. Rosen-Apotheke: 188 Standorte
  9. Bären-Apotheke: 175 Standorte
  10. Schloss-Apotheke: 164 Standorte

Zusammen machen die zehn häufigsten Namen rund 15 Prozent aller Apotheken aus. Gleichzeitig zeigt sich eine große Vielfalt: Mehr als die Hälfte aller Apotheken trägt individuelle Namen, die sich auf Straßen, Stadtteile oder Orte beziehen.

Was der Name über eine Region verrät

Die Untersuchung zeigt deutliche regionale Muster.

  • Marien-Apotheken finden sich besonders häufig in katholisch geprägten Regionen Süd- und Westdeutschlands.
  • Rhein-Apotheken liegen erwartungsgemäß entlang des Rheins und anderer großer Flüsse.
  • Glückauf-Apotheken erinnern an ehemalige Bergbaugebiete.
  • Römer-Apotheken häufen sich in Regionen mit römischer Siedlungsgeschichte entlang des Rheins und des Limes.

Warum sich Apothekennamen kaum ändern

Während sich der Apothekenmarkt durch Digitalisierung, Telemedizin oder Reformen verändert, bleiben die Namen erstaunlich konstant. Ein bekannter Name schafft Vertrauen und ist eng mit dem Standort verbunden. Deshalb wechseln Apotheker ihn nur selten.

Die Auswertung der Agentur planus media basiert auf rund 16.100 Apothekennamen aus OpenStreetMap. Die Ergebnisse zeigen: Hinter einem Apothekennamen steckt oft weit mehr als ein einprägsames Schild. Er bewahrt regionale Geschichte und macht sichtbar, wie stark Vergangenheit und Gegenwart vieler Orte bis heute miteinander verbunden sind.

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