Wer sich nach einer Verletzung oder OP nur wenig bewegen kann, bekommt in der Regel Heparin-Spritzen verordnet, um die Gefahr für ein Blutgerinnsel (Thrombose) zu senken. Eine Alternative dazu könnten Tabletten mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) sein, berichtet nun ein Forschungsteam.
Heparin und ASS im Vergleich
Personen, die aufgrund einer Verletzung oder nach einer Operation immobil sind, bekommen Heparin-Spritzen, um lebensbedrohlichen Blutgerinnseln vorzubeugen. ASS-Tabletten funktionieren aber wohl nicht unbedingt schlechter als die Heparin-Spritzen. Das zeigt ein Vergleich unter mehr als 12.000 Personen mit Knochenbrüchen aus 21 Kliniken in den USA und Kanada.
Auswertung ergab nur geringe Unterschiede
In der ASS-Gruppe kam es zu 47 Todesfällen und in der Heparin-Gruppe zu 45. Auch Blutgerinnsel in der Lunge (Lungenembolien), Blutungen, Infektionen, Wundprobleme und anderen Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen vergleichbar. Lediglich Blutgerinnsel in den Beinen – tiefe Venenthrombosen – traten mit 2,5 Prozent der Patienten bei ASS etwas häufiger auf als in der Heparin-Gruppe mit 1,7 Prozent. Die Studienergebnisse sind der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.
Patienten ziehen Tabletten vor
„Dieser relativ kleine Unterschied wurde durch Blutgerinnsel weiter unten im Bein verursacht, die oft von geringerer klinischer Bedeutung sind und keiner Behandlung bedürfen“, sagte Prof. Dr. Deborah Stein von der University of Maryland School of Medicine. „Viele Personen mit einem Knochenbruch dürften eine Tablette der Spritze vorziehen, weil sie sich nicht gern selbst Spritzen geben“, vermutet Debra Marvel, Patientenberaterin für die Studie. Sie selbst musste nach einem Unfall als Fußgängerin mehrere Operationen über sich ergehen lassen.
Quelle: DOI 10.1056/NEJMoa2205973