Gelenkersatz an Knie und Hüfte: ASS soll Thrombosen vermeiden

Dr. Karen Zoufal  |  04.03.2026 13:35 Uhr

ASS statt Heparinspritze oder Blutverdünner-Tablette: Das sieht die aktualisierte Leitlinie zur Prophylaxe der venösen Thromboembolie bei Hüft-, bzw. Knie-Gelenkersatz vor.

Eine ältere Frau liegt beim Physiotherapeuten auf einer Liege. Ein Bein ist hoch gestützt, der Physiotherapeut hat seine Hände um ihr Knie gelegt.
Für die Thrombose-Prophylaxe bei Hüft- oder Kniegelenkersatz mit ASS ist eine regelmäßige Physiotherapie Pflicht.
© Olga Yastremska/iStockphoto

Üblicherweise bekommen Menschen nach einer Gelenkersatz-Operation an Hüfte oder Knie Blutverdünner als Spritze oder Tablette. Die aktualisierte Leitlinie zur Prophylaxe der venösen Thromboembolie empfiehlt jetzt stattdessen Acetylsalicylsäure (ASS), sofern die Patienten schnell wieder auf die Beine kommen und keine besonderen Risikofaktoren mitbringen.

Gelenkersatz bei Hüfte oder Knie: Höheres Risiko für Blutgerinnsel

Hintergrund: Nach einer großen OP wie dem Einsetzen eines künstlichen Knie- oder Hüftgelenks ist das Risiko für Blutgerinnsel erhöht, die eine Thrombose und schlimmstenfalls eine lebensgefährliche Lungenembolie verursachen. Erstmals wird dafür nun der Wirkstoff ASS zur Vorbeugung empfohlen. 

Leichter zu steuern als bisherige orale Medikamente, günstiger und sicher

Bislang wurden in diesen Fällen häufig Heparinspritzen oder sogenannte direkte orale Antikoagulanzien (NOAKs) verwendet. „Letztere sind jedoch insbesondere bei Begleiterkrankungen oder bei ungeplanten Folgeoperationen schwieriger zu steuern“, erklärte Rüdiger von Eisenhart-Rothe, Klinikum rechts der Isar, einen wichtigen Vorteil von ASS. Prof. Dr. Georgi Wassilew, Universitätsmedizin Greifswald, betont: „Die ASS-Prophylaxe ist deutlich kostengünstiger als die bisherige Standardtherapie – ohne Einbußen bei Wirksamkeit oder Sicherheit.“

Frühe Mobilisation ist Voraussetzung 

Eine Voraussetzung für ASS zur Vorbeugung von Thrombosen nach größeren Operationen ist, dass die Patienten schon am OP-Tag wieder aufstehen und regelmäßig Physiotherapie machen. Bei einem hohen Thrombose-Risiko, etwa bei Menschen mit schweren Begleiterkrankungen wie aktivem Krebs, bleibt man dagegen vorsichtshalber bei den bisherigen Blutverdünnern, die individuell angepasst werden. 

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