In einer zehnjährigen Nachbeobachtung der sogenannten FIDELITY-Studie wurde die Operation mit einer Scheinoperation verglichen. Das Ergebnis zeigte, das die Teilentfernung des Meniskus, medizinisch partiellen Meniskektomie genannt, weder die Beschwerden noch die Funktion des Knies verbesserte. Im Gegenteil: Betroffene hatten langfristig mehr Symptome und stärkere Funktionseinschränkungen als bei einer Scheinoperation.
Erhöhtes Risiko für Arthrose
Die Studie zeigt zudem, dass sich bei Patienten mit Meniskus-OP häufiger eine Arthrose entwickelte. Auch das Risiko für spätere Eingriffe am Knie war erhöht. Damit stellt die Untersuchung bisherige Annahmen zur Wirksamkeit dieser weit verbreiteten Behandlung infrage.
Bereits frühere Studien hatten gezeigt, dass eine Teilentfernung des Meniskus auch kurz- und mittelfristig offenbar keine Vorteile bringt. Beobachtungsstudien deuteten zudem darauf hin, dass die Operation das Risiko für einer Gelenkersatzoperation, sowie ein potenziell höheres Risiko für Komplikationen nach der Operation mit einer partiellen Meniskektomie in Verbindung standen.
Medizinischer Ansatz wird kritisch bewertet
Die aktuellen Ergebnisse könnte zu einer Neubewertung dieser lang genutzten Therapie führen, vermuten die Autoren der Studie. Ein Grund für die bisherige Fehleinschätzung könnte sein, dass Knieschmerzen oft nicht allein durch einen Meniskusriss verursacht werden. „Nach aktuellem Verständnis hängen Schmerzen in Gelenken wie dem Knie eher mit altersbedingtem Verschleiß zusammen“, sagt Studienautor Raine Sihvonen, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie an der Universität von Helsinki.
Quelle: DOI 10.1056/NEJMc2516079