Was ist eine Thrombose?
Von einer Thrombose sprechen Ärzte, wenn sich in einem Blutgefäß ein Gerinnsel, ein sogenannter Thrombus, bildet. Das Problem: Löst sich ein solches Gerinnsel und wandert mit dem Blutstrom weiter, kann es eine Lungenembolie auslösen. Diese Komplikation ist potenziell lebensbedrohlich.
Nach Operationen ist das Risiko dafür erhöht. Gründe sind die eingeschränkte Bewegung, die Aktivierung der Blutgerinnung durch den Eingriff und mögliche Gefäßverletzungen. Deshalb empfehlen Ärzte vielen Patienten Medikamente zum Vorbeugen einer venösen Thromboembolie. Oft handelt es sich dabei um Spritzen, die sich die Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt auch selbst verabreichen müssen.
Welche Patienten erhalten eine Thromboseprophylaxe?
Eine medikamentöse Prophylaxe bekommen vor allem:
- Patienten nach größeren Operationen, etwa an Hüfte, Knie oder im Bauchraum
- Menschen mit längerer Bettlägerigkeit
- Krebspatienten
- Patienten mit früherer Thrombose
- Ältere Menschen mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Adipositas oder Herzinsuffizienz
Ob und wie lange eine Prophylaxe nötig ist, entscheidet der Arzt individuell anhand des persönlichen Risikoprofils.
Welche Medikamente werden eingesetzt?
Standard ist häufig niedermolekulares Heparin, das unter die Haut gespritzt wird. „Niedermolekular“ bedeutet, dass die Heparin-Moleküle kleiner und gleichmäßiger aufgebaut sind als beim früher verwendeten unfraktionierten Heparin. Dadurch wirkt das Medikament berechenbarer und muss seltener kontrolliert werden.
Neben Heparin nennen die Leitlinien weitere Wirkstoffe zur Thromboseprophylaxe, etwa Fondaparinux oder sogenannte direkte orale Antikoagulanzien wie Rivaroxaban oder Apixaban. Welche Substanz zum Einsatz kommt, hängt von Art der Operation, Begleiterkrankungen und individueller Blutungsgefahr ab.
Alle diese Medikamente greifen in die Blutgerinnung ein. Ziel ist es, die Bildung gefährlicher Gerinnsel zu verhindern, ohne das Blutungsrisiko unnötig zu erhöhen.
Welche Nebenwirkungen hat die Thrombosespritze?
Die meisten Patienten vertragen die Thromboseprophylaxe gut. Dennoch sind Nebenwirkungen möglich.
Häufige Nebenwirkungen bei Heparinspritzen
- Kleine Blutergüsse, Rötungen oder ein Brennen an der Einstichstelle
- Leichte Schwellungen unter der Haut
Diese Reaktionen sind meist harmlos.
Mögliche Nebenwirkungen aller gerinnungshemmenden Medikamente
- Erhöhte Blutungsneigung, zum Beispiel Nasenbluten oder größere blaue Flecken
- In seltenen Fällen stärkere innere Blutungen
Eine besondere, seltene Komplikation bei Heparin ist die Heparin-induzierte Thrombozytopenie, kurz HIT. Dabei sinkt die Zahl der Blutplättchen und paradoxerweise steigt das Thromboserisiko. Deshalb kontrollieren Ärzte bei längerer Anwendung regelmäßig das Blutbild.
Nutzen und Risiko im sorgfältigen Gleichgewicht
Wichtig zu wissen: Laut aktuellen Leitlinien überwiegt bei Patienten mit erhöhtem Risiko klar der Nutzen der Thromboseprophylaxe. Schwere Nebenwirkungen sind insgesamt selten, wenn Dosierung und Anwendungsdauer individuell angepasst werden.