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Auch wenig Alkohol pro Tag ist schlecht fürs Herz

Dr. Karen Zoufal  |  13.01.2021

Oft bekommt man zu hören, dass ein Gläschen Wein das Herz schützen würde. Kardiologen kommen nun jedoch zu einem anderen Ergebnis: Einer neuen Studie mit fast 108.000 Menschen zufolge können auch geringe Mengen Alkohol, die regelmäßig getrunken werden, das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen.

Ältere Frau hält ein Glas Weißwein in der Hand.
Auch wenig Alkohol kann das Herz aus dem Takt bringen, wie eine neue Studie zeigt.
© Halfpoint/iStockphoto

Über eine Dauer von fast 14 Jahren hatten Personen, die ein alkoholisches Getränk pro Tag zu sich nahmen, ein um 16 Prozent erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern, einer bestimmten Art von Herzrhythmusstörungen. Mit steigendem Alkoholkonsum nahm es weiter zu: Zwei Getränke pro Tag waren mit einem um 28 Prozent erhöhten Risiko verbunden, und dies stieg auf 47 Prozent für Menschen, die mehr als vier tranken. Dies berichten die Forscher im Fachblatt „European Heart Journal“.

Während unter vier von 100 Abstinenzlern während der Studiendauer Vorhofflimmern auftrat, kam dies bei fünf von 100 Personen vor, die regelmäßig Alkohol tranken. Im Gegensatz zu anderen Herzkrankheiten wie Herzinsuffizienz und Herzinfarkt, die erst bei einem höheren Alkoholkonsum zunehmen, kam es auch schon bei geringen Mengen Alkohol vermehrt zum Vorhofflimmern.

„Unseres Wissens ist dies die größte Studie zum Alkoholkonsum und zur Langzeitinzidenz von Vorhofflimmern in der Bevölkerung. Wir konnten in unserer Studie nun zeigen, dass bereits ein sehr geringer regelmäßiger Alkoholkonsum das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen kann“, sagte Professorin Renate Schnabel vom Herz- und Gefäßzentrum der Universität Hamburg-Eppendorf.

Die Forscher hatten zwischen 1982 und 2010 107.845 Personen in Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark und Italien untersucht. Während der durchschnittlichen Beobachtungszeit von fast 14 Jahren bekamen 5.854 Personen Vorhofflimmern. Die Zusammenhänge zwischen Alkoholkonsum und dem Risiko von Vorhofflimmern waren bei allen Arten von alkoholischen Getränken sowie bei Männern und Frauen ähnlich.

Quellen:

DOI 10.1093/eurheartj/ehaa953
DOI 10.1093/eurheartj/ehaa955

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