Entwöhnungs-Therapie für Rauchen und Alkohol

ZOU

Einer von fünf Rauchern trinkt auch viel Alkohol. Diesen Menschen fällt es besonders schwer, mit dem Rauchen aufzuhören. Deshalb hat ein Forschungsteam ihnen eine kombinierte Behandlung für den Rauch-Stopp angeboten – mit unerwarteten Nebeneffekten auf den Alkoholkonsum.

Frau, hält eine Zigarette und ein Glas Wein in der Hand.
Viele Raucher kennen es: Alkohol verstärkt den Drang, sich eine Zigarette anzuzünden.
© SonerCdem/iStockphoto

Starkes Trinken und Rauchen sind mehr als nur schlechte Angewohnheiten: Es gibt biologische Mechanismen, die dazu führen, dass bei höherem Alkoholkonsum der Drang zu rauchen intensiver ist. Um diesen Menschen trotzdem zum Rauch-Stopp zu verhelfen, haben Forscher eine Kombinationsbehandlung mit Nikotinpflastern und dem Medikament Vareniclin eingesetzt.

Mit der Kombi-Behandlung schafften es 44,3 Prozent der 122 Teilnehmer, in den letzten Wochen der Studie auf das Rauchen zu verzichten – im Vergleich zu 27,9 Prozent der Personen in der Kontrollgruppe, die nur Nikotinpflaster bekommen hatten. Dabei stellte sich eine überraschende positive Nebenwirkung ein: Die Teilnehmer beider Gruppen reduzierten auch ihren Alkoholkonsum. Zu Beginn der Studie tranken die Männer im Schnitt mehr als 14 und Frauen mehr als sieben alkoholische Getränke pro Woche. Alle tranken an mindestens einem Tag pro Woche sehr viel Alkohol (mindestens vier bis fünf Getränke). Am Ende der Studie hatten die wöchentlichen Trinktage der Teilnehmer um 25 Prozent abgenommen, obwohl sie nicht dazu aufgefordert worden waren, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren.

Prof. Andrea King von der Universität Chicago erläuterte: „Wir haben das Trinken nicht gezielt in der Verhaltensberatung angesprochen, aber es wurde als Auslöser für das Rauchen erwähnt, wie Koffein und andere Substanzen. Zu wissen, wie eng die beiden Substanzen miteinander verbunden sind, könnte die Teilnehmer dazu veranlasst haben, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren, um ihre Chancen zu verbessern, mit dem Rauchen aufzuhören.“ Auch die regelmäßigen Fragen zum Alkoholkonsum während der Studie könnten dazu beigetragen haben, dass die Teilnehmer achtsamer beim Trinken waren.

Quelle: DOI 10.1001/jamanetworkopen.2022.0951

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