Acrylamid ist gesundheitsschädlich und entsteht beim Backen, Braten und Frittieren von Lebensmitteln. Was sich dagegen tun lässt, lesen Sie hier.

Vergolden statt verkohlen: So lässt es sich auf den Punkt bringen, wenn man Acrylamid im Zaum halten möchte. In den 2000er-Jahren entdeckten Forscher diese chemische Verbindung. Besonders hoch fällt ihr Gehalt in stärkehaltigen Lebensmitteln aus, die bei mindestens 120 bis 150 Grad Celsius und mehr gebacken, gebraten oder frittiert werden. Allen voran Kartoffelchips, Pommes frites, Knäckebrot und Kräcker. Aber auch Brot, vor allem dessen Kruste, Kekse, geröstete Frühstücksflocken, Kaffee und Getreidekaffee enthalten Acrylamid. Denn auch beim Rösten von Kaffeebohnen und Getreide bildet sich der Risikostoff. Plätzchen, Lebkuchen und Spekulatius können besonders viel Acrylamid enthalten, wenn man sie mit Honig und Hirschhornsalz backt.
Insgesamt gilt: Je krosser und dunkler man Pommes & Co zubereitet, desto höher deren Acrylamid-Gehalt. Beim Kochen und Dampfgaren sowie beim Braten von Fleisch bildet sich kein Acrylamid. Neben dem Genuss bestimmter, verarbeiteter Lebensmittel nehmen besonders Raucher und Passivraucher Acrylamid zusätzlich
durch den Tabakrauch auf.
Mittlerweile ist Acrylamid nicht mehr so in den Medien präsent, wie noch vor 20 Jahren. Das ändert aber nichts daran, dass durch zu hohe Aufnahme nach wie vor ein Risiko für die Gesundheit besteht. So stufen internationale Expertengremien Acrylamid als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen ein. Des Weiteren bestehen Hinweise, dass zumindest im Versuch an Labortieren eine hohe Aufnahme von Acrylamid das Nervensystem und die Fortpflanzung beeinträchtigt. Es gibt also gute Gründe, bewusst darauf zu achten, den Konsum dieses Stoffes so gering wie möglich zu halten. Wie hoch die individuelle Aufnahme ausfällt, lässt sich durch bestimmte Gewohnheiten und Verhaltensregeln einfach und leicht beeinflussen.
Der Idealfall wäre, wenn Lebensmittel gar kein Acrylamid beinhalten. Leider ist dies unmöglich, da der Stoff durch Erhitzen bei einigen Lebensmitteln zwangsläufig entsteht. Achten Sie beim Backen, Braten und Frittieren darauf, Lebensmittel wie eingangs erwähnt zu vergolden und nicht zu verkohlen.
Weitere Tipps:
Damit auch industriell produzierte Lebensmittel im Hinblick auf ihren Gehalt an Acrylamid möglichst niedrig liegen, gibt es seit zwei Jahren eine europaweite Verordnung zur Senkung des Acrylamid-Gehaltes für Lebensmittel. Je weniger stark gebräunte, stärkereiche Lebensmittel Menschen konsumieren, desto moderater die Aufnahme von Acrylamid. Außerdem empfiehlt es sich, bevorzugt Garmethoden wie Dünsten, Dämpfen oder Garen im Dampfkochtopf zu praktizieren. Wie wäre es dazu mit unserem deftigen Eintopf mit Lauch, Kartoffeln und Hackfleisch – garantiert ohne Acrylamid.
Kirsten Metternich von Wolff
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