Balance im Alter: Mehr Hirnaktivität nötig – größere Sturzgefahr

Dr. Karen Zoufal  |  31.03.2026 13:37 Uhr

Warum stürzen jüngere Menschen seltener als Ältere? Das hat ein Forschungsteam untersucht und das Balance-Halten näher betrachtet.

Ältere Frau ist gestürzt, sie liegt auf dem Teppich und hält sich die Schulter.
Im Alter steigt die Sturzgefahr. Ein Forschungsteam hat herausgefunden, was damit zusammenhängt.
© AndreyPopov/iStockphoto

Gehirn und Muskeln reagieren bei älteren Erwachsenen auf Gleichgewichtsprobleme stärker als bei jungen Menschen, zeigt eine neue Studie in der Fachzeischrift „eNeuro“. Was zunächst positiv klingt, ist eher von Nachteil, weil die übermäßigen Reaktionen die Balance stören können.

Eine Forschungsgruppe der Emory University in Atlanta hat die Reaktionen von Erwachsenen untersucht, wenn diesen ein Teppich unter den Füßen wegzogen wird. Hirnstamm und Muskeln reagieren darauf normalerweise mit einer schnellen, automatischen Reaktion. Wenn die Gleichgewichtsstörung stärker ausfällt, wird auch das Großhirn aktiv, und es folgt eine zweite Reaktion. 

Ältere Menschen reagieren stärker

Eine Untersuchung bei älteren Erwachsenen mit und ohne Parkinson zeigt, dass Gehirn und Muskeln bei ihnen schon bei geringen Gleichgewichtsstörungen stärker arbeiteten. Studienleiterin Lena Ting erklärte in einer Mitteilung zur Studie: „Das Gleichgewicht wiederherzustellen kostet sie mehr Energie und Hirnaktivität. Gleichzeitig haben wir festgestellt, dass Menschen, die mehr Hirnaktivität benötigen, schlechter wieder in die Balance kommen.“

Entgegenwirkende Muskeln machen steif

Es gab einen wichtigen Unterschied im Verhalten der Muskeln: Bei älteren Erwachsenen spannten sich bestimmte Muskeln zur Stabilisierung und ihre Gegenspieler oft gleichzeitig an. Das erzeugte eine Steifheit, die die Bewegungen weniger effizient machte und die Balance verschlechterte. 

Mehr Stürze durch Überforderung 

Die übermäßigen Reaktionen könnten erklären, warum ältere Menschen und Personen mit Parkinson häufiger stürzen: Ihr Gehirn ist schon bei kleinen Störungen des Gleichgewichts stark gefordert und hat weniger „Reserven“ für größere Herausforderungen. 

Quelle: DOI 10.1523/ENEURO.0423-25.2026

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