Wie äußert sich Parkinson? Daten aus Australien zeigen Unterschiede bei Symptomen und Verlauf zwischen Männern und Frauen.

Parkinson zeigt sich nicht bei allen Betroffenen gleich: Eine Studie aus Australien mit fast 11.000 Betroffenen zeigt: Symptome und Krankheitsverlauf unterscheiden sich zwischen Männern und Frauen. Das kann helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und gezielter zu behandeln.
Bei der Parkinson-Erkrankung sterben Zellen im Gehirn ab, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Das hat motorische Symptome wie Zittern in Ruhe, langsame Bewegungen, Muskelsteifheit und Gleichgewichtsstörungen zur Folge. Doch die Studie zeigt, dass auch nicht-motorische Symptome weit verbreitet sind. Dazu gehören:
Die Auswertung zeigt zudem geschlechtsspezifische Unterschiede bei Krankheitsbeginn, Beschwerden und Verhalten.
Männer waren bei Symptombeginn mit durchschnittlich 64,4 Jahren älter als Frauen, bei denen die Symptome mit 63,7 Jahren anfingen. Die Diagnose wurde bei Männern entsprechend auch etwas später gestellt (67,6 im Vergleich zu 68,1 Jahren).
Die Symptome waren bei den Geschlechtern auch etwas unterschiedlich: 70 Prozent der Frauen berichteten von Schmerzen, bei den Männern waren es 63 Prozent. Frauen stürzten etwas häufiger als Männer (45 Prozent im Vergleich zu 41 Prozent).
Männer erlebten mehr Gedächtnisveränderungen (67 Prozent im Vergleich zu 61 Prozent). Sie zeigten außerdem deutlich häufiger impulsives Verhalten, insbesondere im Sexualleben (56 Prozent im Vergleich zu 19 Prozent). Grundsätzlich reagierten die meisten Teilnehmenden aber kaum impulsiv.
In der Studie hatten 25 Prozent der Teilnehmenden eine familiäre Vorbelastung für Parkinson. Allerdings werden nur 10 bis 15 Prozent der Parkinson-Fälle durch Mutationen in bestimmten Genen verursacht. Der Rest könnte umweltbedingt sein, da Familien ja oft in derselben Umwelt leben. Auch Umweltfaktoren wie eine Pestizidbelastung und traumatische Hirnverletzungen erhöhen das Parkinson-Risiko.
Quelle: DOI 10.1016/j.lanwpc.2026.101816
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