Frauen: Höheres Herz-Risiko bei weniger Gefäßablagerungen

Lina Müller  |  25.02.2026 11:16 Uhr

Frauen haben in der Regel weniger Ablagerungen in den Gefäßen als Männer. Das bedeutet nicht, dass sie besser vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschützt sind.

Eine ältere Frau hält sich die Hand auf die Brust.
Aktuelle Definitionen könnten das Herz-Risiko bei Frauen unterschätzen.
© Jacob Wackerhausen/iStockphoto

Normalerweise haben Frauen weniger Plaque – also Ablagerungen in den Gefäßen – als Männer. Die Ergebnisse einer Studie aus dem Journal der American Heart Association (AHA) unterstrichen, dass Frauen trotz geringerer Plaquemengen nicht vor koronaren Ereignissen „geschützt“ seien, so Studienleiter Doktor Borek Foldyna von der Harvard Medical School in Boston.

Die zentralen Studienergebnisse

Die Forschenden analysierten diagnostische Untersuchungen von Röntgenaufnahmen von Herz und Blutgefäßen von 4200 Teilnehmenden. Von ihnen erfasste das Forschungsteam Daten über weitere zwei Jahre hinweg. Es zeigte sich, dass…

  • 55 Prozent der Frauen Plaque aufwiesen (mittleres Volumen: 78 mm³).
  • 75 Prozent der Männer Plaque hatten (mittleres Volumen: 156 mm³).
  • Frauen bei geringerer Plaquebelastung als Männer ein erhöhtes Herzrisiko haben. Auch stieg das Risiko bei Frauen stärker mit zunehmender Plaquemenge.
  • Frauen nur geringfügig seltener einen nicht tödlichen Herzinfarkt oder eine Krankenhauseinweisung wegen Brustschmerzen haben. 

Insgesamt starben geringfügig weniger Frauen als Männer. 

Frauen haben kleinere Gefäße

Den Grund erklärt Foldyna: „Da Frauen kleinere Koronararterien haben, kann bereits eine geringe Plaquemenge größere Auswirkungen haben.“ Diese Ergebnisse lieferten zudem wichtige Erkenntnisse in der Therapie für Frauen. „Moderate Erhöhungen der Plaquebelastung scheinen bei Frauen mit einem überproportional höheren Risiko verbunden zu sein.“ Standarddefinitionen für Hochrisikopatienten könnten demnach das Risiko bei Frauen unterschätzen.

Erkrankungen äußern sich je nach Geschlecht verschieden

„Es gibt eine längst überfällige Anerkennung grundlegender biologischer Unterschiede darin, wie sich Krankheiten bei Frauen im Vergleich zu Männern äußern“, so Doktor Stacey Rosen, Präsidentin der AHA. Diese Unterschiede können vieles beeinflussen – von Risikofaktoren über Symptome bis hin zum Ansprechen auf Therapien. „Es freut mich zu sehen, dass mehr Forschung wie diese entsteht.“ Das Ziel sei schließlich, die Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen für alle Menschen zu reduzieren.

Quelle: DOI 10.1161/CIRCIMAGING.125.019011 

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