Billige Zuckergetränke, hohe Krankheitslast: WHO mahnt Regierungen

Elisabeth Kerler  |  14.01.2026 15:36 Uhr

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt: Schwache Steuern auf Zuckergetränke fördern Krankheiten. Ein aktueller Bericht hat die Steuern weltweit analysiert.

Frau trinkt hellrote, transparente Flüssigkeit aus einer Glasflasche.
Limonade? Die WHO fordert eine angemessene Besteuerung zuckerhaltiger Getränke, um besonders junge Menschen vor Übergewicht und Diabetes zu schützen.
© Oleksii Didok/iStockphoto

Zuckerhaltige Getränke werden aufgrund geringer Besteuerung in vielen Ländern günstiger. Dabei fördern sie besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen Übergewicht, Typ-2-Diabetes sowie Herz- und Krebserkrankungen. Darauf weist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hin, die einen Bericht zur globalen Besteuerung der zuckerhaltigen Getränke veröffentlicht hat. Sie fordert die Regierungen dazu auf, ihre Besteuerung zu verstärken. 

Warum werden zuckergesüßte Getränke günstiger?

Seit 2022 seien, so der WHO-Bericht, zuckergesüßte Getränke in den meisten Ländern erschwinglicher geworden. Denn nur 14 Prozent der Länder, die eine spezifische Verbrauchssteuer auf zuckergesüßte Getränke haben, hätten diese auch an Inflation oder Einkommensentwicklung geknüpft. Allerdings sind die Steuern auch gering – im Mittelwert machen die Zuckersteuern rund 2 Prozent des Preises einer gängigen Limonade mit Zucker aus.

Ungesüßtes Wasser besteuert

Weltweit erheben inzwischen mindestens 116 Länder Verbrauchssteuern auf zumindest eine Sorte von zuckergesüßten Getränken. Doch laut WHO unterscheiden sich diese Steuern stark in ihrer Ausgestaltung und Wirksamkeit. Häufig werden nur bestimmte Produkte wie Limonaden erfasst, während Fruchtsäfte, gesüßte Milchgetränke oder gesüßte Kaffee- und Teegetränke steuerfrei bleiben. 51 Länder dagegen erheben auch eine Steuer auf ungesüßtes Flaschenwasser, eine gesunde Alternative. Das kann dazu führen, dass der Konsum von Zucker in Getränken lediglich verlagert wird, statt insgesamt zu sinken.

WHO fordert entschlossenes Handeln

Angesichts steigender Krankheitskosten und vermeidbarer Belastungen für die Gesundheitssysteme ruft die WHO zu entschlossenerem Handeln auf. WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus betont: „Gesundheits-Steuern zählen zu den stärksten Werkzeugen, die wir haben, um Gesundheit zu fördern und Krankheit zu vermeiden.“ Durch höhere Steuern auf Zuckergetränke könnten Länder nicht nur den Konsum senken, sondern auch zusätzliche Mittel für Gesundheitsversorgung mobilisieren.

Teil einer größeren Gesundheitsstrategie

Die WHO verweist darauf, dass die wissenschaftliche Evidenz für Zuckersteuern robust ist. Sie sind Bestandteil zahlreicher internationaler Strategien zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten wie Übergewicht und Diabetes und zum Schutz von Kindern. Mit der neuen „3 by 35“-Initiative will die WHO erreichen, dass die realen Preise von Zuckergetränken, Alkohol und Tabak bis 2035 deutlich steigen – um die Gesundheit langfristig zu schützen.

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