Frau & MannFrauengesundheit

Brustkrebs: Mehr Frauen verzichten auf Brust-Wiederaufbau

Dr. Karen Zoufal  |  06.01.2021

Eine wachsende Anzahl von Frauen mit Brustkrebs, bei denen eine oder beide Brüste ganz oder teilweise entfernt werden müssen, verzichten auf eine Rekonstruktion der Brust durch Eigengewebe oder ein Implantat – teilweise entgegen des Rats ihrer Ärzte. Die meisten von ihnen sind auch später mit ihrer Wahl zufrieden. Dies geht aus einer Studie hervor, die von US-Forschern in der Zeitschrift „Journal Annals of Surgical Oncology“ veröffentlicht wurde.

Arzt zeigt einer Frau mögliche Brustimplantate
Nach einer Entfernung der Brust ist ein Aufbau mit Eigengewebe oder Implantaten möglich.
© Ivan-balvan/iStockphoto

Die Forscher hatten 931 Frauen befragt, warum sie bei der Entfernung ihrer Brust keine Rekonstruktion wünschten. Die Gründe für die Wahl waren der Wunsch nach einer schnelleren Genesung, die Vermeidung eines Fremdkörpers und die Ansicht, dass die Brust für ihr Körperbild nicht wichtig sei. Von den befragten Frauen waren 74 Prozent mit dem Ergebnis zufrieden, 27 Prozent waren es nicht. 

Studienleiterin Prof. Dr. Deanna Attai sagte: „Eine Mastektomie mit oder ohne Rekonstruktion ist eine sehr persönliche Entscheidung. Wir haben festgestellt, dass der Verzicht für eine Untergruppe von Frauen eine erwünschte und beabsichtigte Option ist, die vom Behandlungsteam unterstützt werden sollte. Sie bedeutet nicht, dass Frauen, die keinen Wiederaufbau wünschen, sich nicht um ihr postoperatives Erscheinungsbild kümmern.“

Damit stehen die Ergebnisse im Widerspruch zu früheren Studien, die besagen, dass Patientinnen, die sich keiner Brustrekonstruktion unterziehen wollten, tendenziell eine schlechtere Lebensqualität haben als jene, die sich dieser Operation unterziehen. 
22 Prozent der Frauen mussten sich damit auseinandersetzen, dass Ärzte ihnen diese Option gar nicht anboten, den Wunsch nicht unterstützten oder sogar ihre Entscheidung dahingehend ignorierten, dass bei der OP absichtlich zusätzliche Haut zurückgelassen wurde, falls die Patientin ihre Meinung später ändern sollte. „Wir waren überrascht, dass einige Frauen Schwierigkeiten hatten, das gewünschte Verfahren zu erhalten“, sagte Attai.

Quelle: DOI 10.1245/s10434-020-09448-9

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