Zahngesundheit: Mehr Karies durch Helikopter-Eltern?

Katrin Faßnacht-Lee  |  11.03.2026 07:28 Uhr

Kinder von überfürsorglichen Eltern putzen ihre Zähne seltener und protestieren häufiger beim Zahnarztbesuch. Das zeigt eine Studie, die den Erziehungsstil und die kindliche Mundhygiene untersucht hat.

Mutter steht mit kleinem Mädchen vor dem Badezimmerspiegel und das Kind putzt sich die Zähne.
Ein überfürsorglicher Erziehungsstil führt zu schlechterer Mundhygiene bei 6- bis 7-jährigen Kindern.
© Gpoint Studio/iStockphoto

Für die Untersuchung befragten Forschende Betreuungspersonen von fünf- bis sechsjährigen Kindern in sieben Zahnarztpraxen in den Niederlanden. Insgesamt nahmen 120 Kinder an der Studie Teil. Die Eltern beantworteten Fragebögen zu ihrem Erziehungsstil sowie zum Zahnputzverhalten ihrer Kinder. Außerdem wurden die Kinder während der Behandlung gefilmt und ihr Verhalten später bewertet. Zusätzlich erfassten die Forschenden anhand der Patientenakten die Kariesvorkommen im Milchgebiss.

Erziehungsstil hat Einfluss auf Zahnputzverhalten

Die Studie untersuchte gleich mehrere Zusammenhänge zwischen elterlicher Fürsorge, Mundhygiene, Zahngesundheit und Verhalten beim Zahnarztbesuch. Die zentralen Ergebnisse waren:

  • Schlechtere Mundhygiene: Kinder von überfürsorglichen Eltern putzten ihre Zähne insgesamt seltener.
  • Weniger Unterstützung beim Zähneputzen: Helikopter-Eltern putzten nach dem Zähneputzen ihrer Kinder seltener nach.
  • Tendenziell mehr Karies im Milchgebiss: Die Kinder wiesen im Durchschnitt häufiger Karies auf. Der Unterschied war allerdings nicht signifikant.
  • Schwierigeres Verhalten beim Zahnarzt: Je stärker der überfürsorgliche Erziehungsstil ausgeprägt war, desto häufiger zeigten Kinder unkooperatives Verhalten während der Behandlung.

Fördert zu viel Fürsorge Angst vor dem Zahnarzt?

Laut Wissenschaftlichem Informationsdienst des Informationskreises Mundhygiene und Ernährungsverhalten könnten die Daten darauf hinweisen, dass überfürsorgliche Erziehungsstil bei den Kindern vermeidende oder ängstliche Verhaltensweisen begünstigt und die Entwicklung eigener Bewältigungsstrategien weniger bestärkt. Die Kinder lernen dadurch möglicherweise schlechter, mit neuen oder unangenehmen Situationen – etwa einer zahnärztlichen Behandlung – umzugehen. 
 

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