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Stress in der Schwangerschaft wirkt sich auf die Psyche des Kindes aus

ZOU  |  22.11.2023

Wenn Mütter während der Schwangerschaft sehr gestresst, ängstlich oder depressiv sind, kann das Kind später ein höheres Risiko für psychische Probleme haben, berichtet eine Studie in dem Fachmagazin „Psychological Bulletin“.

Junge schwangere Frau, gestresst.
Die psychische Verfassung der Mutter während der Schwangerschaft kann sich nachhaltig auf das Baby auswirken.
© globalmoments/iStockphoto

„Unsere Forschung legt nahe, dass psychischer Stress während der Schwangerschaft einen kleinen, aber anhaltenden Einfluss auf das Risiko von Kindern für aggressives, enthemmtes und impulsives Verhalten hat“, sagte Dr. Irene Tung von der Universität Kalifornien. Dieser Effekt war unabhängig davon, ob es sich bei den Kindern um Jungen oder Mädchen handelte. Er war bis zu einem Alter von 18 Jahren messbar, aber in der frühen Kindheit am stärksten ausgeprägt.

Tung hatte mit Kollegen Daten aus 55 Studien mit insgesamt mehr als 45.000 Teilnehmern analysiert. Dabei stellten die Forschenden fest, dass Frauen, die während der Schwangerschaft vermehrt von Angstzuständen, Depressionen oder Stress berichteten, mit größerer Wahrscheinlichkeit Kinder mit stärkeren ADHS-Symptomen bekamen oder dass das Verhalten der Kinder von Eltern und Lehrern häufiger als aggressiv oder feindselig beurteilt wurde. „Diese Ergebnisse untermauern, dass eine allgemein zugängliche psychische Gesundheitsversorgung und Unterstützung während der Schwangerschaft ein entscheidender Schritt zur Vorbeugung von Verhaltensproblemen bei Kindern sein kann“, folgerte Tung.

Seit langem deuten Untersuchungen auf einen Zusammenhang zwischen der psychischen Gesundheit von Müttern während der Schwangerschaft und dem späteren Verhalten ihrer Kinder hin. Allerdings konnten viele Studien dies nicht von den Auswirkungen der psychischen Belastung der Eltern nach der Geburt eines Kindes trennen. In diese Untersuchung wurden deshalb Studien einbezogen, die auch die psychische Belastung von Müttern nach der Geburt erfassten. Es zeigte sich, dass auch unter Berücksichtigung der Zeit nach der Geburt insbesondere psychische Belastungen während der Schwangerschaft das Risiko der Kinder für Verhaltensauffälligkeiten erhöhten.

Quelle: DOI: 10.1037/bul0000407

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