GesundheitspolitikArzneimittel

Corona-Krise: Ausgaben für Arzneimittel stark gestiegen

28.04.2020

„Im März hat sich die Corona-Pandemie mit voller Wucht auf die Arzneimittelversorgung in Deutschland ausgewirkt“, sagt Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). Laut aktuellen Berechnungen sind die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung für Medikamente gegenüber dem Vorjahresmonat um 25 Prozent angestiegen.

Die Corona-Krise hat sich erheblich auf die Arzneimittelausgaben ausgewirkt.
Durch das neuartige Coronavirus sind die Ausgaben für Arzneimittel im März stark gestiegen.
© iStock.com/AndreyPopov

Die Zahl der Rezepte nahm im März um 13,7 Prozent auf 44 Millionen, die der abgegebenen Packungen um 18,8 Prozent auf 71 Millionen zu. Aus mehreren Datenquellen, die dem DAV vorliegen, geht hervor, dass im März nicht nur mehr Medikamente, sondern auch größere Packungen verordnet und abgegeben wurden. Das erklärt, warum die Ausgaben stärker als die Rezept- und Packungszahlen gestiegen sind. „Die Apotheken hatten innerhalb kürzester Zeit einen wahren Ansturm von Patienten mit Rezepten zu bewältigen und mussten Infektionsschutzmaßnahmen und Arbeitskapazitäten gleichzeitig hochfahren. Trotz aller Widrigkeiten und Lieferengpässe hat das insgesamt sehr gut geklappt“, resümiert Becker.

Umsätze im April wieder rückläufig

Im Januar und Februar hatte der Ausgabenanstieg wie erwartet noch zwischen 5 und 6 Prozent gelegen. Für das erste Quartal 2020 ergibt sich somit ein Wachstum der GKV-Arzneimittelausgaben von 11,8 Prozent auf 10,38 Milliarden Euro. Erste Marktdaten für April zeigen stark rückläufige Arzneimittelumsätze. „Das lässt darauf schließen, dass neben einer umfangreichen Akutversorgung auch viele chronisch kranke Patienten reguläre Arztbesuche mit Folgeverschreibungen vorgezogen haben“, so Becker.

Auch bei den Impfstoffen waren Steigerungen zu verzeichnen: Die Impfstoffausgaben der GKV lagen im März 43,6 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Bereits im Januar und Februar 2020 waren hohe Zuwachsraten von etwa 20 Prozent zu verzeichnen.

ABDA/NK

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