Arzneimittel

Diabetes-Medikamente: Gliflozine helfen nicht nur gegen hohen Blutzucker

Apotheker Christian Engel  |  16.05.2024

Um den Blutzucker bei Typ-2-Diabetes zu senken, stehen verschiedene Arzneimittel zur Verfügung. Eine der neueren Wirkstoffgruppen sind die sogenannten Gliflozine.

Älterer Mann, schaut sich die Packungsbeilage eines Medikaments an.
Es gibt verschiedene Medikamente zur Behandlung von Diabetes, die unterschiedlich wirken. Nicht jeder Patient profitiert gleichermaßen von jedem Wirkstoff.
© Katarzyna Bialasiewicz/iStockphoto

Die Wirkung von Gliflozinen, auch SGLT-4-Hemmer genannt, kann man sich ganz gut vorstellen. Sie setzen an der Niere an. Hier wird normalerweise bis zu einer gewissen Menge der Zucker aus dem Urin zurück ins Blut aufgenommen, damit er dem Körper nicht verloren geht. Gliflozine hemmen diesen Wiederaufnahmemechanismus und sorgen dafür, dass der Zucker mit dem Urin ausgeschieden wird. Das Ergebnis: Der Blutzucker sinkt und der Patient nimmt in der Regel etwas ab.

Studien der vergangenen Jahre konnten überdies zeigen, dass Gliflozine noch mehr können. Sie senken den Blutdruck leicht und wirken positiv auf die Herzgesundheit. Außerdem schützen sie die Nieren. Mittlerweile werden einige Präparate aus dieser Wirkstoffgruppe deshalb auch bei Herzschwäche oder bei beginnender Niereninsuffizienz verschrieben. Menschen mit Diabetes, die unter Herz- oder Nierenproblemen leiden, könnten von Gliflozinen also zusätzlich profitieren. Am besten besprechen Sie mit dem Arzt, ob die Medikamente für Sie infrage kommen.

Die Wirkstoffgruppe bietet sich auch als Alternative zu dem blutzuckersenkenden Medikament Metformin an, wenn dieses schlecht vertragen wird. Wenn man bei Metformin nach der Einstellungsphase etwa immer noch Magen-Darm-Probleme feststellt, kann in Rücksprache mit dem Arzt eine Dosisreduktion helfen oder die Umstellung auf beispielsweise Gliflozine.

Doch es gibt auch Patienten, die nicht von dieser Wirkstoffgruppe profitieren. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine Nierenschwäche weiter fortgeschritten ist oder Patienten über 75 Jahre sind. Auch bei Menschen, die häufig unter Harnwegsinfekten leiden, wird der Arzt genau abwägen, ob Gliflozine geeignet sind. Denn die Zuckerausschüttung sorgt für einen guten Nährboden für Bakterien, die sich dann mitunter leichter ausbreiten. Wer unter der Behandlung häufi ger eine Blasenentzündung hat, spricht am besten mit seinem Arzt. Tritt nur selten eine Harnwegsinfektion auf, empfehle ich übrigens Mannose oder Cranberrysaft. Beide sind gut wirksam und rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

"Mein Tipp: Gliflozine wirken harntreibend. Ich empfehle gerade älteren Patienten, bei denen oft das Durstgefühl nachlässt, immer darauf zu achten, dass sie mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag trinken."

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