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E.coli: Durchfall-Schwere hängt von Blutgruppe ab

18.05.2018

Wie schlimm die Durchfälle bei einer Infektion mit Escherichia coli Bakterien ausfallen, hängt offenbar auch mit der Blutgruppe der Betroffenen zusammen. Menschen mit Blutgruppe A erkranken einer neuen Studie zufolge schwerer. Die Ergebnisse liefern auch eine Erklärung für das Warum.

Menschen mit Blutgruppe A leiden stärker unter E.coli-Infektionen.
Vor allem bei rohem Fleisch ist die Gefahr für eine Infektion mit E.coli-Bakterien groß.
© juefraphoto - Fotolia

Wie die US-Forscher in Versuchen mit 106 gesunden Teilnehmern feststellen konnten, erkrankten Personen mit Blutgruppe A nach einem Drink mit enterotoxischen E. coli (ETEC) schneller und schwerer als Teilnehmer mit anderen Blutgruppen. Bei Menschen mit Blutgruppe A entwickelten 81 Prozent so schwere Durchfälle, dass eine Behandlung erforderlich wurde. Bei Blutgruppe 0 und B erkrankte dagegen nur etwa die Hälfte so schwer. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift The Journal of Clinical Investigation berichten, setzen die Bakterien offenbar ein Protein frei, das sich bei Menschen mit Blutgruppe A an Zellen des Darms anlagert, nicht aber bei Menschen mit Blutgruppe 0 oder B. Grund dafür sind unterschiedliche Zuckerreste, die auf der Oberfläche von roten Blutkörperchen und anderen Zellen vorhanden sind und sich bei den verschiedenen Blutgruppen voneinander unterscheiden. Da das Protein auch mit E. coli verbunden ist, haftet das Bakterium gut an der Darmwand, wo es durchfallerregende Toxine in die Darmzellen abgeben kann.

Das bedeute jedoch nicht, dass Menschen mit Blutgruppe 0 oder B meinen sollten, sie seien immun gegen Durchfälle, so Matthew Kuhlmann von der Johns Hopkins University. Es gebe eine Reihe unterschiedlicher Bakterienarten und Viren, die Durchfall verursachen können. Hände waschen und auf sauberes Trinkwasser zu achten, sei nach wie vor der beste Schutz vor Durchfall und helfe gegen alle Erreger. Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre Erkenntnisse dabei helfen könnten, einen Impfstoff zu entwickeln, der auf dieses Protein abzielt und Menschen mit dem größten Risiko schützen könnte. Am schlimmsten von Durchallerkrankungen betroffen seien kleine Kinder und Menschen, die keinen Zugang zu sanitärer Grundversorgung oder sauberem Trinkwasser haben. Für diese Gruppe könnte eine Impfung lebensrettend sein, so die Forscher.

HH

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