ArzneimittelGesundheit

Einsamkeit fördert chronische Kopfschmerzen

Natascha Koch  |  13.07.2021

Wer wenig soziale Kontakte hat, dem fehlt oft nicht nur Unterstützung von Freunden und Familie, sondern auch das Gefühl, beachtet, wertgeschätzt und gebraucht zu werden. Eine neue Studie zeigt nun, dass Einsamkeit auch chronische Kopfschmerzen verursachen kann.

Junge Frau, liegt im Bett, geschlossene Augen, hält beide Hände an den Kopf.
Regelmäßig auftretende Kopfschmerzen sind oft eng mit psychischen Beschwerden verbunden.
© fizkes/iStockphoto

Kopfschmerzen kennt so gut wie jeder. Neben Infekten, zu wenig Schlaf oder zu viel Alkohol ist häufig Stress der Auslöser für die Beschwerden. Treten die Kopfschmerzen nur hin und wieder auf, muss man sich in der Regel keine Sorgen machen. Bei einigen Menschen werden sie jedoch zum ständigen Begleiter: Von chronischen Kopfschmerzen sprechen Mediziner, wenn die Beschwerden an mehr als 15 Tagen pro Monat innerhalb von mindestens drei aufeinander folgenden Monaten auftreten.

Eine neue Studie zeigt nun, dass das Risiko dafür bei Menschen, die von Einsamkeit betroffen sind, besonders groß ist: Einsame Menschen leiden deutlich häufiger unter chronischen Kopfschmerzen als Personen, die sich nicht einsam fühlen (23,8 Prozent vs. 7,7 Prozent). Außerdem berichteten sie häufiger von Stress (60,8 Prozent vs. 24,5 Prozent). Das geht aus einer Datenanalyse von über 55.000 Befragten aus der „Danish Capital Region Health Survey“ hervor. Die Ergebnisse der Studie sind im Fachblatt Cephalalgia veröffentlicht.

Ein ähnliches Muster zeigte sich für Menschen, die unter sogenannten medikamenteninduzierten Kopfschmerzen (MOH) litten. Dabei handelt es sich um chronische Beschwerden, die durch einen übermäßigen Gebrauch von rezeptfreien Schmerzmitteln wie Paracetamol, Ibuprofen oder ASS entstehen und erst wieder verschwinden, wenn die Medikamente abgesetzt werden. Auch sie litten deutlich häufiger unter Einsamkeit, mangelnder sozialer Unterstützung sowie Stress.

Generell gilt für rezeptfreie Schmerzmittel folgende Faustregel: maximal drei Tage hintereinander und maximal zehn Tage im Monat dürfen sie eingenommen werden. Darunter ist in der Regel keine Abhängigkeit oder ein Gewöhnungseffekt zu befürchten. Wer häufiger zu Schmerzmitteln greift, riskiert, dass die Beschwerden chronisch werden. In diesem Fall ist ein Arztbesuch ratsam.

Quelle: DOI 10.1177/03331024211020392

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