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Erkältung: Was hilft wirklich?

20.01.2017

Der Hals kratzt, die Nase läuft und der Kopf schmerzt: In der kalten Jahreszeit kommt kaum jemand um eine Erkältung herum. Was hilft, um möglichst schnell wieder fit zu werden? Und wie lässt sich einer Erkältung vorbeugen? Professor Dr. Robert Fürst vom Institut für pharmazeutische Biologie der Universität Frankfurt am Main hat zahlreiche Studien zur Wirksamkeit von pflanzlichen Präparaten kritisch unter die Lupe genommen.

Gegen Husten stehen verschieden pflanzliche Präparate zur Verfügung, die sich auch für Kinder eignen.
Gegen Husten stehen verschieden pflanzliche Präparate zur Verfügung, die sich auch für Kinder eignen.
© photophonie - Fotolia.com

Ein grippaler Infekt wird zu 95 Prozent von Viren verursacht. „Hier sind Antibiotika machtlos, behandeln können wir nur die Symptome“, sagt Fürst auf einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer in Schladming, Österreich. Hierfür gibt es zahlreiche rezeptfreie Präparate in der Apotheke. Pflanzliche Medikamente, auch Phytopharmaka genannt, machen einen großen Teil davon aus. „Viele dieser Arzneimittel werden in Behandlungsleitlinien nicht ausdrücklich empfohlen und haben nie eine strenge klinische Studie durchlaufen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie nicht wirken“, erklärt Fürst. Forschungsarbeiten zur Wirksamkeit einzelner Medikamente im Vergleich zu Placebo-Präparaten gebe es aber durchaus – mit eindrucksvollen Ergebnissen.

Schneller wieder fit durch Phytopharmaka
So zeigen Studien, dass Erkältete durch die Einnahme von Phytopharmaka ein bis drei Tage früher wieder gesund waren als eine Vergleichsgruppe, die lediglich ein Placebo eingenommen hatte. Zu den in Studien untersuchten Phytopharmaka gehören ätherische Öle, Extrakte und Mischungen. Beispiele sind: ein Erkältungsmittel mit Trockenextrakten aus Färberhülsenwurzelstock, Purpursonnenhutwurzel, Wurzel des blassblütigen Sonnenhuts, Lebensbaumspitzen und -blättern. Auch die Einnahme von Vitamin C und Zink konnte in Studien die Krankheitsdauer verkürzen.

Schnupfen und Rhinosinusitis (entzündete Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen) lindern

  • Eisenkraut, Enzianwurzel, Gartensauerampferkraut, Holunderblüten, Schlüsselblumenblüten mit Kelch
  • Kapland-Pelargonie
  • Eukalyptusöl, Süßorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl
  • Cineol (Reinstoff)

Sind Hals und Rachen entzündet, helfen

  • Kapland-Pelargonie
  • Salbeifluidexktrakt (in Deutschland aktuell nicht als Medikament erhältlich)

Bei einer akuten Bronchitis gibt es Belege für eine positive Wirkung von

  • Flüssiger Extrakt aus Thymiankraut und Efeublätter
  • Trockener Extrakt aus Thymiankraut und Primelwurzel
  • Kapland-Pelargonie
  • Efeublätter
  • Eukalyptusöl, Süßorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl
  • Cineol (Reinstoff)

Pflanzenkraft schützt vor Erkältungen
Lässt sich einer Erkältung durch Phytopharmaka auch vorbeugen? Durchaus, wie Fürst anhand zweier Studien zeigte. Bei Teilnehmern, die drei Monate lang eine Kombination aus Kapuzinerkressekraut und Meerrettichwurzelpulver einnahmen, traten 25 Prozent weniger Erkältungen auf als in der Placebo-Gruppe. Auch die Einnahme von Echinacea zeigte einen geringen, aber doch deutlichen Schutzeffekt. Vitamin C und Zink können einer Erkältung ebenfalls vorbeugen, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen: „Die Einnahme half in einer Studie nur Teilnehmern, die häufig körperlichem Stress oder extremer Kälte ausgesetzt waren“, sagte Fürst. Einen Nachweis dafür, dass diese Nahrungsergänzungsmittel jeden vor Erkältungen schützen, gebe es hingegen nicht.

NK

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