Baby & Familie

Erste Muttermilchbank für Frühchen in NRW eröffnet

06.08.2015

Frühchen sind besonders auf Muttermilch angewiesen – doch manche Mütter von zu früh geborenen Kindern haben Probleme mit dem Stillen. Eine neue Muttermilchbank im Klinikum Dortmund versorgt die Frühchen jetzt gespendeter Milch.

In NRW hat die erste Muttermilchbank eröffnet.
Muttermilch enthält wichtige Enzyme, ist gut verdaulich und überträgt Abwehrstoffe von der Mutter auf das Kind.
© S. Kobold - Fotolia

Muttermilch von Frühchen-Müttern ist die beste Nahrung für Frühchen, denn sie schützt die Kinder vor Infektionen und anderen Komplikationen. "Manchmal können aber Mütter von zu früh geborenen Kindern in den ersten Tagen noch keine eigene Muttermilch produzieren“, erklärt Prof. Dr. Dominik Schneider, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Dortmund. In diesen Fällen greifen die Mediziner nun auf die hauseigene Muttermilchbank zurück und versorgen die Frühchen mit gespendeter Milch. Die Milch kommt ausschließlich von Müttern, die selbst im Klinikum Dortmund ein Frühchen zur Welt gebracht haben und mehr Milch haben, als ihr eigenes Kind braucht.

Die Milch wird in der Milchküche untersucht, pasteurisiert und gefroren gelagert. „Wir achten akribisch darauf, dass die Mütter gesund sind, sich gesund ernähren, und dass die Milch hygienisch einwandfrei ist. Deshalb nehmen wir auch keine Milchspenden an, die von außerhalb des Klinikums an uns herangetragen werden“, sagt der Experte. Damit grenze sich die Muttermilchbank des Klinikums auch deutlich von Anbietern ab, die Muttermilch über das Internet vertreiben und damit letztlich nicht garantieren können, dass die Milch frei von schädlichen Bakterien oder Viren ist. Möglich war der Aufbau der Muttermilchspendenbank durch die langjährige Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund.

Bis jetzt hatte das Klinikum Dortmund bis zu 20 Liter pro Jahr von einer Frauenmilchbank in Leipzig bezogen. Der Bedarf beläuft sich aber auf 80 bis 100 Liter, die Lücke wurde bislang mit industriell verarbeiteter Milch für Babys geschlossen. „Vor allem aber die in der Muttermilch enthaltenden Enzyme und Abwehrstoffe können bislang nicht synthetisch hergestellt werden – und gerade diese können den Darmtrakt des Babys gegen Keime und vor anderen Komplikationen schützen“, erklärt Schneider.

NK

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