Fieberkrämpfe meist ungefährlich

Schnell in die Höhe steigendes Fieber gerade zu Beginn einer Infektionskrankheit kann einen Fieberkrampf auslösen.

Steigt das Fieber schnell an, kann es zu einem Fieberkrampf kommen.
Steigt das Fieber schnell an, kann es zu einem Fieberkrampf kommen.
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Auftreten

Im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren kommen Fieberkrämpfe gar nicht so selten vor. Schnell in die Höhe steigendes Fieber gerade zu Beginn einer Infektionskrankheit löst solche Krämpfe aus. Häufig haben Eltern noch nicht bemerkt, dass ihr Kind fiebert, wenn der Krampf einsetzt. Von Fieberkrämpfen spricht man, wenn der Arzt andere organisch bedingte Ursachen ausschließt.

Formen und Entstehung

Ein Fieberkrampf entsteht, wie epileptische Anfälle, durch gleichzeitige Erregung größerer Gruppen von Nervenzellen im Gehirn. Er wird aber nicht zu den Epilepsien gezählt. Als einfach gelten Fieberkrämpfe im Alter zwischen einem halben Jahr und fünf Jahren, die unter 15 Minuten anhalten, den ganzen Körper betreffen und am selben Tag nicht erneut auftreten. Nach dem Anfall wirken Kinder abwesend und schlafen für ein paar Stunden, das ist normal. Sie wachen mit Muskelkater auf. Die selteneren komplexen Anfälle erleiden vor allem Kinder im Alter von unter einem halbem Jahr und über fünf Jahren. Die Anfälle dauern länger als 15 Minuten, betreffen bestimmte Körperregionen und können an einem Tag mehrfach entstehen. Möglicherweise bleiben danach Körperbereiche noch für ein bis zwei Stunden gelähmt. Dauern die Lähmungen länger an, sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

Vorbeugen?

Vorbeugend fiebersenkende Mittel zu geben, ist schwer umsetzbar. Da Eltern das Fieber vor dem Krampf oft nicht bemerken, ist ein schneller Anstieg des Fiebers kaum zu vermeiden. In schweren Fällen rät der Arzt zu individuellen schützenden Maßnahmen, wie sie im folgenden Abschnitt beschrieben werden.

Was tun?

Zunächst gilt für Eltern trotz der beängstigenden Symptome: Ruhe bewahren! In der Regel hört ein Fieberkrampf nach wenigen Minuten von selber auf. Eltern helfen ihrem Kind in dieser Situation am besten, indem sie es von harten Gegenständen fernhalten, an denen es sich stoßen könnte. Man soll die krampfenden Kinder nicht festhalten, ihnen tut der Krampf nicht weh. Falls das Kind erbricht beziehungsweise sich dies ankündigt, raten Ärzte, es auf die Seite zu drehen, damit Erbrochenes nicht die Luftröhre verschließt. Während eines Krampfes soll nicht versucht werden, dem Kind etwas zu trinken zu geben oder Medikamente über den Mund einzuflößen. Dabei wäre die Erstickungsgefahr zu groß.

Nach dem Krampf sind ab einer Körpertemperatur von 38,5 Grad Celsius fiebersenkende Mittel wie Ibuprofen und Paracetamol sinnvoll. Krämpfe, die länger als fünf Minuten dauern, können Eltern selbst mit Diazepam unterbrechen. Das krampflösende Medikament verschreibt der Arzt häufig nach dem ersten Fieberkrampf und erklärt die Anwendung.

Erleiden Kinder erstmals einen Fieberkrampf, rufen die Eltern am besten einen Notarzt. Meistens endet der Krampf, bevor der Arzt ankommt. Falls nicht, verabreicht er ein krampflösendes Mittel – häufig Diazepam – über den After als Zäpfchen oder Lösung (Klistier). Später untersucht der Arzt das Kind, um andere Erkrankungen, die auch zu Krämpfen führen, auszuschließen. Treten Fieberkrämpfe wiederholt auf und sind den Eltern Symptome und Maßnahmen in solchen Fällen bekannt, muss der Notarzt nicht mehr gerufen werden. Nur wenn sich das Kind nicht bald erholt und weiter schwer krank wirkt, sollte man einen Arzt rufen oder – wenn möglich − das Kind bald zu ihm bringen.

Folgeschäden sind selten

So erschreckend ein Fieberkrampf aussieht: Er kommt in den meisten Fällen ohne nennenswerte Gefahren für das Kind daher. Bleibende Schäden treten besonders bei einfachen Verläufen sehr selten auf. Den Infekt, der zu dem Fieber geführt hat, sollte der Arzt aber behandeln.

Katrin Schmitt

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