Hepatitis C

Unter Hepatitis C versteht man eine akute oder chronische Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis C-Virus hervorgerufen wird.

Was ist das? - Definition
Unter Hepatitis C versteht man eine akute oder chronische Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis C-Virus hervorgerufen wird.
Die Leber ist ein Organ, das im rechten Oberbauch unter dem Zwerchfell liegt. Die Leber hat entscheidende Bedeutung als Entgiftungsorgan und bei der Produktion zahlreicher wichtiger Stoffe wie Galle, Harnstoff und Eiweiße. Daneben ist die Leber bei der Entfernung von Erregern und anderen Immunreaktionen beteiligt.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
Non A-/ Non B-Hepatitis

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
In Europa und Nordamerika verursacht Hepatitis C etwa 70 Prozent der chronischen Leberentzündungen und 60 Prozent der primären Leberkrebs-Erkrankungen. Für die Infektion mit Hepatitis C ist nicht unbedingt der Kontakt zu infiziertem Blut notwendig, oft bleibt der Infektionsweg unbekannt.
Trotzdem haben einige Menschen ein erhöhtes Risiko, an Hepatitis C zu erkranken:

  • Empfänger von Blut und Blutprodukten und Dialysepatienten
  • in medizinischen Bereichen Beschäftigte
  • Drogenabhängige; vier von fünf intravenös Drogenabhängigen tragen das Virus in sich.
  • Bei Akupunktur, Tätowieren und Piercing kann HepatitisC übertragen werden, wenn die dazu benötigten Instrumente nicht steril sind.
  • Beim Geschlechtsverkehr mit Erkrankten kann das Virus ebenfalls übertragen werden.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Von der Infektion mit dem Virus bis zum Auftreten der ersten Symptome der akuten Phase können zwei bis zwanzig Wochen vergehen, oft verläuft die akute Phase unbemerkt. Die beginnende Leberentzündung ist gekennzeichnet durch:

  • allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, erhöhte Körpertemperatur
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, manchmal Durchfall
  • Schwindel
  • Gelenkschmerzen und Ausschlag
  • Druckschmerz im rechten Oberbauch

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Hepatitis C hat ähnlich wie Hepatitis B eine akute Phase, die in eine chronische Phase übergehen kann. Nur bemerken vier von fünf Infizierten aufgrund des leichten Verlaufs die akute Phase gar nicht. So zeigt sich diese Erkrankung oft erst, wenn es zu Leberschäden gekommen ist: Leberzirrhose (einem knotigen, nicht rückgängig zu machenden Umbau des Lebergewebes) oder Leberkrebs. Jedoch erkrankt nur jeder Fünfte tatsächlich an Leberzirrhose.
In der zweiten Krankheitsphase kann es zu Gelbfärbung der Haut und den Augen, Dunkelfärbung des Urins mit gleichzeitiger Entfärbung des Stuhls sowie Juckreiz am ganzen Körper kommen (ikterischer Verlauf, Gelbsucht).
Bei Hepatitis C kann es, angetrieben durch den Entzündungsprozess in der Leber, auch zur Unterfunktion der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis), Nierenerkrankungen (membranoproliferative Glomerulonephritis) oder rheumatischen Erkrankungen (z.B. Sjögren-Syndrom) kommen. Im wenigen Fällen kommt es zum akuten Leberversagen.
Wenn die Leberentzündung nach sechs Monaten nicht ausgeheilt ist, spricht man von chronischer Hepatitis.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Sehr oft finden sich ähnliche Symptome bei Infektionen mit anderen Viren, Bakterien oder Parasiten. Vor allem nach Auslandsreisen ist an solche Erreger zu denken. Auch ein akuter Schub einer chronischen Hepatitis anderer Ursache kann sich so äußern. Symptome einer Lebererkrankung können für sich alleine für eine Vielzahl von Erkrankungen sprechen. Auf Grund einzelner Symtome lässt sich noch keine Diagnose stellen. Erst in der Zusammenschau mit klinischen Untersuchungen lässt sich eine Diagnose sichern oder ausschließen. In jedem Fall sollten sie einen Arzt um Rat fragen, wenn Sie unter den oben angegebenen Symptomen leiden.

Verhaltenstipps

  • Bei Verdacht auf eine Lebererkrankung sollten Sie alle Dinge weglassen, die der Leber schaden könnten, insbesondere Alkohol und Medikamente, sofern sie nicht vom Arzt verschrieben wurden.
  • Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr sollten Sie keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr praktizieren, wenn Sie an einer viralen Hepatitis erkrankt sind. Auch Blut spenden dürfen Sie nicht. Beim Arztbesuch müssen Sie Arzt oder Krankenschwester darauf aufmerksam machen, dass Sie sich mit dem Hepatitis-Virus infiziert haben. Der Behandler kann dann Maßnahmen treffen, um sich selbst und andere vor einer Infektion zu schützen.
  • Vor der Infektion mit Hepatitis C kann man sich - außer durch eigenes Verhalten - nicht schützen. Aufgrund der Wandlungsfähigkeit des Virus konnte bislang kein Impfstoff entwickelt werden. Sinnvoll ist aber die Impfung gegen Hepatitis A und B, weil diese Erkrankungen bei gleichzeitiger Hepatitis C-Infektion besonders schwer verlaufen können.

Bearbeitungsstand: 25.07.2012

Quellenangabe:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Hepatitis C: Behandlung

Bei einer akuten Hepatitis-C-Infektion setzt sich der Körper in der Regel selbst gegen die Viren zur Wehr. In 80 von 100 Fällen bekommt das Immunsystem die Infektion jedoch nicht alleine in den Griff. Dann entwickelt sich eine dauerhafte (chronische) Hepatitis-C-Infektion, die einer Behandlung bedarf.

Hepatitis C lässt sich mit geeigneten Kombinationen aus verschiedenen Medikamenten in den meisten Fällen heilen. Die Behandlung zielt darauf ab, die Viren aus dem Körper zu beseitigen und Folgeerkrankungen einer chronischen Leberentzündung zu verhindern. Dafür stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die die Immunabwehr anregen und / oder die Viren daran hindern, sich zu vermehren.

Interferontherapie und neue Virostatika

Bisher galt die Kombination aus pegyliertem Interferon (Peg-Interferon) und Ribavirin oder als Dreifachtherapie mit den Proteasehemmern Boceprevir und Telaprevir als Standardtherapie bei einer Hepatitis-C-Infektion. Interferon ist eine Substanz, die das körpereigene Immunsystem bildet und ausschüttet, wenn Viren in den Körper eindringen – es lässt sich aber auch gentechnologisch herstellen. Interferon hemmt die Zellteilung und hindert die Viren daran, sich zu vermehren. Ribavirin wirkt ebenfalls virenhemmend. Die Hepatitis-C-Behandlung mittels Interferontherapie dauert zwischen 24 und 72 Wochen. Dabei muss Peg-Interferon ins Unterhautfettgewebe gespritzt werden, Ribavirin wird in Tablettenform eingenommen.

In den letzten Jahren sind für die Hepatitis-C-Behandlung einige neue Virostatika auf den Markt gekommen, die sich als wirksamer und besser verträglich gezeigt haben, sodass die Interferontherapie in den Hintergrund gerückt ist. Diese neuen Substanzen greifen sehr gezielt in einzelne Schritte der Virenvermehrung in den Leberzellen ein (direkt agierende antivirale Medikamente, DAA). Zu den Wirkstoffen gehören u.a.:

  • Sofosbuvir (Polymerasehemmer)
  • Simeprevir (Proteasehemmer)
  • Daclatasvir (NS5A-Hemmer)
  • Sofosbuvir / Ledipasvir (Kombinationstablette aus einem Polymerase- und einem NS5A-Hemmer)
  • Paritaprevir / Ritonavir / Ombitasvir (Kombinationstablette aus einem Protease- und ei-nem NS5A-Hemmer)
  • Dasabuvir (Polymerasehemmer)

Für die Hepatitis-C-Behandlung werden mindestens zwei oder mehr dieser Wirkstoffe kombiniert. Auch der bei der Interferontherapie verwendete Wirkstoff Ribavirin kommt dabei unter bestimmten Voraussetzungen noch zum Einsatz. Die Therapie dauert etwa 3 Monate, also deutlich kürzer als eine Interferontherapie. Bei den direkt antiviralen Medikamenten ist zu beachten, dass nicht alle Substanzen für jeden Hepatitis-C-Infizierten geeignet sind. Welche Wirkstoff-Kombination individuell infrage kommt, hängt einerseits vom Genotyp des Hepatitis-C-Virus ab, also davon, wie die Erbinformation des Virus genau aufgebaut ist. Andererseits spielt es eine Rolle, ob bereits eine Behandlung stattgefunden hat und ob bereits Folgeerkrankungen bestehen.

Nebenwirkungen

Im Vergleich zu den herkömmlichen Interferon-Therapien geht die Behandlung mit direkt agierenden antiviralen Medikamenten mit weniger Nebenwirkungen einher – viele Patienten haben keine Beschwerden. Dennoch können Begleiterscheinungen auftreten, z.B.:

  • vermehrte Kopfschmerzen,
  • Müdigkeit,
  • Hautprobleme,
  • Magen-Darmbeschwerden

Da die neuen Substanzen erst seit Kurzem für die Hepatitis-C-Behandlung zugelassen sind, ist es möglich, dass durch die Medikamente neue, bislang unbekannte Risiken und Nebenwirkungen bestehen.

Bei einer Hepatitis-C-Behandlung mit Peg-Interferon, Ribavirin und gegebenenfalls einem weiteren virenhemmenden Wirkstoff kann es zu stärkeren Neben- und Wechselwirkungen kommen. Am häufigsten treten unter dieser Therapie folgende Nebenwirkung auf:

Impfung

Gegen eine Infektion mit Hepatitis A und B-Viren kann man sich impfen lassen. Gegen eine Hepatitis-C-Infektion ist nur eine Behandlung mit Medikamenten möglich – eine wirksame Impfung steht bislang nicht zur Verfügung. Auch wer bereits eine Hepatitis-C-Infektion durchlaufen hat, ist nicht immun vor einer erneuten Ansteckung.

© aponet.de

Letzte Aktualisierung: Oktober 2016

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