Männer erkranken im Laufe ihres Lebens häufiger und früher an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Frauen. Das ist das zentrale Ergebnis einer großen US-Datenanalyse mit mehr als 5.000 Teilnehmenden. Die Frauen und Männer waren zu Beginn der Untersuchung in den Jahren 1985 bis 1986 zwischen 18 und 30 Jahre alt und wurden im Mittel (Median) über 34 Jahre hinweg medizinisch begleitet. Das Forschungsteam achtete dabei auf verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen, darunter die Koronare Herzkrankheit (KHK), Herzschwäche und Schlaganfall.
Unterschiede zeigen sich vor allem ab dem 35. Lebensjahr
Auf diese Weise fand das Team heraus: Männer entwickelten insgesamt häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Frauen – mit einer wichtigen Ausnahme. Beim Schlaganfall gab es keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Auch das Alter, in dem Schlaganfälle oder Herzschwäche erstmals auftraten, war bei Frauen und Männern ähnlich. Deutlich wurden die Unterschiede jedoch bei anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, besonders ab einem Lebensalter von 35 Jahren.
Männer erreichen kritische Risikoschwellen früher
Ein weiterer Befund betrifft den Zeitpunkt, ab dem ein bestimmtes Erkrankungsrisiko erreicht wird. Männer erreichten ein Fünf-Prozent-Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits mit rund 51 Jahren – und damit etwa sieben Jahre früher als Frauen.
Bei der KHK war der Abstand noch größer: Das Zwei-Prozent-Risiko für KHK erreichten Männer sogar rund zehn Jahre früher als Frauen.
Bedeutung für Prävention im jungen Erwachsenenalter
Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, Herz-Kreislauf-Risiken frühzeitig im Blick zu behalten. „Die Geschlechtsunterschiede bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten ab einem Alter von 35 Jahren auf. Das betont die Bedeutung von Risikoüberprüfung und Präventionsstrategien im jungen Erwachsenenalter“, schlussfolgert Dr. Alexa Freedman von der Northwestern University Feinberg School of Medicine.
Quelle: DOI 10.1161/JAHA.125.044922