Arzneimittel

Hilft Magnesium bei Migräne?

pta-Forum/NAS  |  23.03.2024

Wer häufig unter Migräneattacken leidet, könnte womöglich von einer Magnesium-Einnahme profitieren. Zwar ist die Studienlage zur Wirksamkeit nicht eindeutig, ein Versuch ist es dennoch Wert.

Hochdosierte Nahrungsergänzung mit Magnesium könnte Migräne-Attacken vorbeugen.
© AndreyPopov/iStockphoto

Wirksame Medikamente zur Prophylaxe von Migräneattacken sind allesamt verschreibungspflichtig. Zu diesem Zweck wird gerne auch Magnesium eingesetzt, obwohl der Erfolg bislang nicht eindeutig belegt ist. Ob die Einnahme dennoch einen Versuch wert ist, damit beschäftigt sich die Februar-Ausgabe des „EviNews“-Newsletters. Der Newsletter enthält wissenschaftlichen Informationen zur evidenzbasierten Selbstmedikation, wird vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit an der Universität Leipzig zusammengestellt und erscheint monatlich in der Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker.

„Wenn Patientinnen und Patienten ein verschreibungsfreies Präparat zur Migräneprophylaxe wünschen, scheint Magnesium eine vielversprechende Option zu sein, die Migränehäufigkeit, -stärke und -länge der Attacken zu verringern“, so das Fazit der Newsletter-Autoren. Insgesamt gebe es zwar zu wenig Studiendaten und die vorliegenden Studien hätten zum Teil methodische Schwächen. Im Vergleich zum Nebenwirkungsprofil von Valproinsäure, die häufig off Label zur Migräneprophylaxe eingesetzt wird, sei Magnesium aber eine günstige Option.

Besser als Placebo

In der S1-Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“ werden Studien erwähnt, in denen mit der Einnahme von 500 bis 600 mg Magnesium täglich bessere Ergebnisse erzielt wurden als mit einem Placebo. In diesen Studien waren Magnesiumoxid und -citrat verwendet worden. Als unerwünschte Ereignisse werden Durchfall (18,6 Prozent) und Magenreizungen (4,7 Prozent) angegeben. Weitere Studien seien wünschenswert, um konkrete Empfehlungen für die Selbstmedikation geben zu können, schreiben die EviNews-Autoren.

Grundsätzlich kommt eine medikamentöse Migräneprophylaxe für Personen infrage, die drei oder mehr Migräneattacken pro Monat haben, die Attacken haben, die regelmäßig länger als 72 Stunden dauern oder die nicht auf die Akutmedikation ansprechen bzw. sie aufgrund von Nebenwirkungen nicht vertragen. Statt Arzneimittel können auch Entspannungsverfahren, eine kognitive Verhaltenstherapie und Biofeedback zur Prophylaxe eingesetzt werden, auch Ausdauersport ist laut Leitlinie wirksam.

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