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Homöopathie bei Kindern: Was Eltern wissen sollten

Rüdiger Freund  |  01.09.2026 17:21 Uhr

Globuli werden auch bei Babys und Kindern eingesetzt, etwa bei Erkältungen, Zahnungs- oder Verdauungsbeschwerden. Was Eltern über Homöopathie bei Kindern, typische Mittel und die Grenzen der Selbstbehandlung wissen sollten.

Zwei Mädchen flüstern sich etwas zu.
Homöopathische Arzneimittel werden auch für Kinder angeboten.
© mauritius images

Wie wird Homöopathie bei Kindern eingesetzt?

Homöopathische Arzneimittel gibt es unter anderem als Globuli, Tabletten und Tropfen. Die Präparate enthalten meist stark verdünnte Ausgangsstoffe und werden nach besonderen homöopathischen Verfahren hergestellt.

In der klassischen Homöopathie soll das passende Mittel anhand des individuellen Beschwerdebildes ausgewählt werden. Dabei spielen nach der homöopathischen Lehre neben körperlichen Beschwerden auch Begleitumstände und Verhaltensweisen eine Rolle.

Homöopathische Mittel werden häufig bei alltäglichen Beschwerden von Kindern eingesetzt. Eine Wirksamkeit über einen Placeboeffekt hinaus ist jedoch auch bei Kindern wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Homöopathische Mittel sollten deshalb eine notwendige medizinische Behandlung nicht ersetzen oder verzögern.

Welche homöopathischen Mittel werden bei Kindern verwendet?

Eine Reihe von Mitteln wird in der Homöopathie traditionell bestimmten Beschwerden bei Kindern zugeordnet. Diese Zuordnungen stammen aus der homöopathischen Lehre und sind nicht mit wissenschaftlich nachgewiesenen Anwendungsgebieten gleichzusetzen.

Aconitum (Eisenhut): Zum homöopathischen Arzneimittelbild gehören plötzlich einsetzende Beschwerden, unter anderem mit Fieber, Unruhe und Angst.

Belladonna (Tollkirsche): Wird in der Homöopathie traditionell Beschwerden zugeordnet, die plötzlich auftreten und beispielsweise mit Fieber, Hitzegefühl, gerötetem Gesicht oder pochenden Schmerzen einhergehen.

Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat): Wird nach der homöopathischen Lehre vor allem bei beginnenden fieberhaften Beschwerden eingesetzt, wenn die Symptome weniger ausgeprägt sind.

Sambucus nigra (Schwarzer Holunder): Wird in der Homöopathie traditionell unter anderem mit Beschwerden der Atemwege und einer verstopften Nase in Verbindung gebracht.

Chamomilla (Kamille): Gehört zu den homöopathischen Mitteln, die traditionell bei Zahnungs- und Verdauungsbeschwerden verwendet werden. Zum Arzneimittelbild zählen außerdem Unruhe und Reizbarkeit.

Pulsatilla (Küchenschelle): Wird in der Homöopathie unter anderem Verdauungsbeschwerden zugeordnet. Auch bestimmte Verhaltensmerkmale und Begleitumstände spielen bei der homöopathischen Auswahl eine Rolle.

Cocculus (Kockelskörner): Wird traditionell bei Übelkeit und Beschwerden im Zusammenhang mit Reisebewegungen verwendet.

Okoubaka: Homöopathische Zubereitungen aus der Rinde des westafrikanischen Baumes Okoubaka aubrevillei werden vor allem Magen-Darm-Beschwerden zugeordnet.

Arnica (Arnika oder Bergwohlverleih): Gehört zu den bekanntesten homöopathischen Mitteln. Im homöopathischen Arzneimittelbild wird Arnica insbesondere Verletzungen und deren Folgen wie Prellungen und Quetschungen zugeordnet.

Welche Potenz und Dosierung ein konkretes Präparat vorsieht, lässt sich nicht pauschal für alle homöopathischen Arzneimittel festlegen. Eltern sollten die Angaben zum jeweiligen Arzneimittel beachten und sich bei Fragen in der Apotheke beraten lassen.

Wann muss ein krankes Kind zum Arzt?

Gerade bei Säuglingen und kleinen Kindern können sich Erkrankungen schnell verändern. Entscheidend sind deshalb das Alter, der Allgemeinzustand und die auftretenden Beschwerden.

Bei sehr jungen Babys sollte Fieber besonders ernst genommen werden. Bis zu einem Alter von etwa drei Monaten ist bereits eine Körpertemperatur ab 38 °C ein Grund, ärztlichen Rat einzuholen.

Auch bei älteren Kindern sollte unter anderem ärztlicher Rat eingeholt werden, wenn das Kind sehr krank oder teilnahmslos wirkt, schlecht oder gar nicht trinkt, Atemprobleme hat, starke Schmerzen auftreten oder Fieber länger anhält. Das gilt ebenso bei anhaltendem Erbrechen oder starkem Durchfall. Säuglinge und Kleinkinder können bei Durchfall besonders schnell viel Flüssigkeit verlieren.

Bei Vergiftungsverdacht, schweren Verletzungen oder anderen akuten Notfällen ist unverzüglich medizinische Hilfe erforderlich. Homöopathische Mittel eignen sich nicht dazu, eine notwendige Untersuchung oder Behandlung hinauszuzögern.

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