Krankheitsbild
Triglyzeride sind Fette, die im Blut zirkulieren und aus Nahrung oder körpereigener Produktion stammen. Bei einer Hypertriglyceridämie sind diese Werte dauerhaft erhöht. Die Erkrankung bleibt oft lange symptomlos und wird meist zufällig bei Blutuntersuchungen entdeckt. Sie gilt jedoch ein bedeutender Risikofaktor für Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Folgeerkrankungen.Man unterscheidet zwischen primärer Hypertriglyceridämie (genetisch bedingt) und sekundärer Form, die durch Lebensstil, andere Erkrankungen oder Medikamente ausgelöst wird. Besonders gefährlich sind sehr hohe Werte über 1.000 mg/dl, da sie eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) auslösen können.
Symptome/Verlauf
In den meisten Fällen verursacht Hypertriglyceridämie keine direkten Beschwerden. Erst bei Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Fettleber treten Symptome auf. Seltene Anzeichen sind Fetteinlagerungen in Haut und Sehnen (Xanthome), gelbliche Flecken an den Augenlidern (Xanthelasmen) oder ein weisser Ring in der Hornhaut (Arcus corneae). Der Verlauf hängt stark von der Ursache und dem Lebensstil ab. Bei dauerhaft hohen Werten steigt das Risiko für Gefässverengungen und Entzündungen. Ein besonders hohes Risiko besitzen Menschen mit Diabetes, Übergewicht oder Bluthochdruck.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann Hypertriglyceridämie zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Dazu zählen Herzinfarkt, Schlaganfall, Fettleber und akute Pankreatitis. Auch Muskelschmerzen und Muskelabbau treten auf. Psychische Belastungen durch Übergewicht oder Folgeerkrankungen wie Diabetes sind ebenfalls nicht selten.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Ursachen sind vielfältig. Häufig liegt eine Kombination aus genetischer Veranlagung und ungünstigem Lebensstil vor. Auch bestimmte Erkrankungen oder Medikamente können die Werte erhöhen.Was Hypertriglyceridämie begünstigen kann:
- Fehlernährung mit zu viel Zucker und Fett - Bewegungsmangel - Übergewicht und Adipositas - Diabetes - Bluthochdruck - Alkoholkonsum - Schwangerschaft - Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen - Medikamente wie Betablocker oder Kortikosteroide - genetische FettstoffwechselstörungenDas kann helfen
Das macht der Arzt:
Die Behandlung beginnt meist mit einer Blutuntersuchung. Bei erhöhten Werten wird zunächst der Lebensstil überprüft. Medikamente wie Fibrate oder Statine können eingesetzt werden, wenn die Werte sehr hoch sind oder andere Risiken bestehen. Bei genetischen Formen erfolgt die Betreuung in Spezialambulanzen.
Was man selbst tun kann:
Eine gesunde Ernährung mit wenig Zucker und gesättigten Fetten, regelmässige Bewegung, Alkoholverzicht und Gewichtsreduktion sind entscheidend. Auch die Kontrolle von Diabetes und Bluthochdruck hilft, die Werte zu senken. Wenn die Werte stark erhöht sind oder bereits Folgeerkrankungen bestehen, reicht eine Lebensstiländerung allein oft nicht aus. Dann ist eine medikamentöse Therapie notwendig. Auch genetische Ursachen lassen sich nicht durch Ernährung oder Bewegung beeinflussen. Hier ist ärztliche Betreuung unerlässlich.
Quellenangaben:
Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.