ArzneimittelGesundheit

Intelligentes Insulin verhindert Unterzuckerung

Dr. Karen Zoufal  |  11.08.2021

Forscher haben Insulin mit einem künstlichen Scharnier versehen, das auf die Zuckerkonzentration in der Umgebung reagiert. Dadurch entfaltet das Insulin seine Wirkung nur, wenn ausreichend Zucker vorhanden ist. Auf diese Weise werden gefährliche Unterzuckerungen vermieden.

Dunkelhäutige Frau, misst sich den Blutzucker.
Von einem "intelligenten Insulin" könnten vor allem Patienten mit Typ-1-Diabetes profitieren, die ihren Blutzuckerspiegel dauerhaft im Blick behalten müssen.
© dragana991/iStockphoto

Forscher haben ein Insulin entwickelt, das den Gehalt an Fruktose (Fruchtzucker) in der Umgebung messen und darauf reagieren kann. Dafür nutzten sie einen einfachen Mechanismus aus, denn Insulin enthält natürlicherweise ein „Schutzgelenk“, das dafür sorgt, dass das Hormon im geschlossenen Zustand inaktiv und im offenen Zustand funktionsfähig ist. Indem sie dort eine Art Schalter eingebaut haben, der durch Fruktose aktiviert wird, entfaltet das Insulin seine Wirkung erst, wenn genügend davon vorhanden ist.

Mit dem Projekt haben die Forscher bewiesen, dass das Prinzip funktioniert, denn Fruktose ist wie Glukose ein Einfachzucker. Nun arbeiten sie daran, in ähnlicher Weise ein Insulin zu entwickeln, das auf Glukose reagiert. „Ein auf Glukose ansprechendes Insulin ist wichtig, weil insbesondere bei Typ-1-Diabetes die Angst vor einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel das größte Hindernis für den wirksamen Einsatz von Insulin ist. Dieser Art von intelligentem Insulin würde die Diabetesversorgung verändern, sodass sich die Menschen keine Sorgen mehr machen müssten“, sagte Professor Michael A. Weiss von der Indiana University School of Medicine. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift „PNAS“ veröffentlicht.

Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen, müssen ihren Blutzucker gut kontrollieren, damit er in einem gesunden Bereich bleibt: Wird er sehr niedrig, so droht eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) mit Delirium, Krämpfen oder Bewusstlosigkeit. Ein zu hoher Blutzucker (Hyperglykämie) schädigt dagegen auf lange Sicht Blutgefäße und Nerven.

Quelle: DOI: 10.1073/pnas.2103518118

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