Baby & FamilieGesundheit

Jeder vierte Schüler hat psychische Probleme

22.11.2019

Ein großer Teil der Schulkinder in Deutschland zeigt psychische Auffälligkeiten bis hin zu Depressionen und Angststörungen, die stationär behandelt werden müssen. Tendenz steigend. Das geht aus dem Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervor, einer Studie der Universität Bielefeld, die auf Abrechnungsdaten der Jahre 2016 und 2017 von rund 800.000 minderjährigen Versicherten beruht.

Kinder und Jugendliche mit einer chronischen Krankheit haben ein mehr als vierfach erhöhtes Risiko für eine Depression gegenüber körperlich gesunden Gleichaltrigen.
Kinder und Jugendliche mit einer chronischen Krankheit haben ein mehr als vierfach erhöhtes Risiko für eine Depression gegenüber körperlich gesunden Gleichaltrigen.
© Antonioguillem - stock.adobe.com

Laut dem Report leidet jeder vierte Schüler im Alter zwischen zehn und 17 Jahren unter psychischen Auffälligkeiten: Bei zwei Prozent liegt eine diagnostizierte Depression vor, bei noch einmal ebenso vielen eine Angststörung. Hochgerechnet sind in Deutschland insgesamt etwa 238.000 Kinder dieser Altersgruppe so stark betroffen, dass sie einen Arzt aufsuchen.

Fast acht Prozent aller depressiven Kinder und Jugendlichen kommen innerhalb eines Jahres ins Krankenhaus, durchschnittlich für 39 Tage. Nach der Entlassung fehlt oft eine passende ambulante Nachsorge. Folge: Fast jedes vierte dieser Kinder wird innerhalb von zwei Jahren mehrfach stationär behandelt.

Die Zahl der jungen Patienten steigt

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Depressionen ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent gestiegen. Dabei trifft es Mädchen weitaus häufiger: In den oberen Schulklassen leiden doppelt so viele Mädchen wie Jungen unter ärztlich diagnostizierten Depressionen.

Bestimmte Schulkinder haben ein stark erhöhtes Risiko für eine Depression. Dazu gehören Kinder mit einer chronischen körperlichen Erkrankung, Übergewicht oder Schmerzen. Auch Kinder seelisch kranker oder suchtkranker Eltern sind deutlich gefährdeter, selbst eine depressive Störung zu entwickeln.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte begrüßt den neuen Report: „Die erstmals mit Krankenkassendaten untermauerten Erkenntnisse zu frühen psychischen Problemen sind sehr wertvoll. Im Report sehen wir allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Wir gehen von einer hohen Dunkelziffer aus“, sagt Präsident Dr. Thomas Fischbach. „Es gibt sehr viele Kinder, die leiden und erst spät zu uns in die Praxen kommen. Erst wenn sie eine entsprechende Diagnose haben, tauchen sie in dieser Statistik auf.“ Der Report soll nun die Grundlage bilden, die Versorgung von Kindern und Jugendlichen weiter zu verbessern.

DAK/RF

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