Ein Blutwert, den viele nicht kennen, kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich erhöhen: Lipoprotein(a). Besonders tückisch ist, dass erhöhte Werte oft unbemerkt bleiben. Wer sein Risiko kennt, kann jedoch gezielt vorbeugen.

Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein Blutfett, das dem „schlechten“ LDL-Cholesterin ähnelt. Es kann die Wände der Blutgefäße sogar stärker schädigen als LDL. Die Folge: Ablagerungen in den Gefäßen, die langfristig zu Verengungen und Durchblutungsstörungen führen.
„Das macht Lipoprotein(a) neben LDL-Cholesterin zu einem weiteren Blutfett, das zu Gefäß-Komplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall beitragen kann. Das gilt besonders bei jüngeren Frauen und Männern, auch wenn keine klassischen Risikofaktoren vorliegen“, sagt Prof. Dr. Heribert Schunkert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.
Ein erhöhter Lp(a)-Wert ist keine Seltenheit: Etwa jeder fünfte Mensch ist betroffen – meist ohne es zu wissen. In rund 90 Prozent der Fälle liegt die Ursache in den Genen.
Das bedeutet auch: Lebensstil allein beeinflusst diesen Wert kaum. Umso wichtiger ist es, Risikogruppen früh zu erkennen. Wer in der Familie Herzinfarkte oder Schlaganfälle in jungen Jahren kennt, sollte gezielt eine Messung ansprechen.
Experten empfehlen, den Lp(a)-Wert einmal im Leben bestimmen zu lassen. Der Grund: Er bleibt über die Jahre weitgehend stabil. „Es genügt eine einzige Bestimmung, da der Wert im Laufe des Lebens weitgehend konstant bleibt“, erklärt Schunkert. Zur Orientierung:
Eine frühzeitige Diagnose kann helfen, das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko besser einzuschätzen.
Aktuell lässt sich Lipoprotein(a) nicht gezielt durch Medikamente senken – neue Therapien werden jedoch erforscht und gelten als vielversprechend. Das bedeutet aber nicht, dass man nichts tun kann. Entscheidend ist, andere Risikofaktoren konsequent zu kontrollieren:
So lässt sich das Gesamtrisiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich reduzieren.
In schweren Fällen kann eine sogenannte Lipidapherese eingesetzt werden. Dabei wird Lipoprotein(a) regelmäßig aus dem Blut gefiltert. Diese Therapie kommt jedoch nur bei stark erhöhtem Risiko infrage.
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